Wrabetz über Pläne für eine 2. Amtszeit – und warum Quoten Nebensache sind

FORMAT: Gerd Bacher, einer Ihrer Vorgänger, hat gesagt: „Es wird einer Generaldirektor, von dem man schon weiß, dass er es nicht kann.“ Trifft Sie so etwas?

Wrabetz: Nein, denn erstens ist das nachweislich unwahr. Wir sind Markt- und Themenführer in TV, Radio und Online. Wir sind wirtschaftlich solide aufgestellt, trotz der Bacher’schen Felsbrocken, die ich seit 13 Jahren aus dem Weg räume. Zweitens ist Bacher Geschichte. Damit beschäftige ich mich nicht.

FORMAT: Gab es Reaktionen aus dem Stiftungsrat zu Ihrem neuen Konzept?

Wrabetz: Ja, ich habe sehr positive Reaktionen bekommen.

FORMAT: Nichts Negatives?

Wrabetz: Nein, negative Reaktionen waren nicht dabei.

FORMAT: Wie würden Sie Ihr Konzept umschreiben?

Wrabetz: Es ist ganz sicher ein offensives Programm. Ich bin überzeugt, dass öffentlichrechtlicher Rundfunk in den nächsten Jahren massiv an Bedeutung gewinnen wird. Von uns wird mehr eigenes Programm erwartet, und wenn man davon mehr will, dann muss man wissen, dass das auch mehr kostet. Dazu bedarf es einiger gesetzlicher Regelungen.

FORMAT: Wenn Sie sagen, öffentlich-rechtliches Fernsehen wird an Bedeutung gewinnen, heißt das, Sie glauben, die Quoten werden wieder steigen?

Wrabetz: Das ist im Sinne von Marktanteilen eigentlich nicht das primäre Ziel. Wichtig ist, die Reichweiten stabil zu halten. Die Marktanteilsbetrachtung ist weder für die Relevanz eines Senders noch für die Werbewirtschaft von Bedeutung.

FORMAT: Die Kritik des Zeitungsverbands und der Privatsender an Ihrem Programm ist heftig ausgefallen. Von Bankrotterklärung des ORF-Managements ist die Rede. Warum sollen Sie mehr Gebühren und mehr Werbezeiten bekommen?

Wrabetz: Mehr Gebühren habe ich ja nicht gefordert, ich habe nur gesagt, die Gebührenrefundierung soll prolongiert werden. Und die steht uns meiner Meinung nach zu.

FORMAT: Aber eine Gebührenvalorisierung ist schon geplant …

Wrabetz: Es wird wohl niemand geglaubt haben, dass der ORF seine Gebühren nie wieder valorisiert. Mit dem Geld, das wir haben wollen, geht es um ganz wichtige Anliegen wie etwa die Förderung der Filmwirtschaft. Das wollen wir fortsetzen und nach Möglichkeit ausbauen.

FORMAT: Das positive Ergebnis des ORF wurde bejubelt. Wurde das aber nicht nur durch die Gebührenrefundierung möglich?

Wrabetz: Nein, die 50 Millionen Euro wurden zur Gänze für zusätzliche Aufwendungen wie die Filmförderung ausgegeben.

FORMAT: Wie wichtig ist für Sie der 9. August?

Wrabetz: Ich sehe dem Tag der Wahl mit Optimismus entgegen, eine „g’mahte Wiesen“ ist die Wahl aber sicher nicht.

FORMAT: Werden Sie nach der Wahl feiern?

Wrabetz: Ein Gläschen trinken werde ich sicher.

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