Wie Sie Ihre Hausfinanzierung durch eine Optimierung des Tilgungsträgers sanieren

Franken-Kreditkonstruktionen haben trotz Eingriffen der Schweizer Notenbank weiter Reparaturbedarf. FORMAT analysiert, wie Sie Ihre Schuldenlast durch den Austausch der Tilgungsträger reduzieren.

Wer einen Franken-Kredit hat, sollte der Schweizer Nationalbank einen Dankesbrief schicken. Der Hintergrund: Wegen der Nervosität um den Euro wurde der Schweizer Franken seit geraumer Zeit zur Fluchtwährung. Als Folge stieg die Währung der Eidgenossen stark an; am 10. August war ein Euro nur noch 1,03 Franken wert. Vorige Woche wurde den Schweizer Währungshütern die Stärke der eigenen Währung aber doch zu viel. Mittels massiver Interventionen der Notenbank wurde der Franken geschwächt.

Die Maßnahmen der Währungshüter haben sich für Frankenschuldner bereits gelohnt. Wer einen Franken-Kredit im Gegenwert von 100.000 Euro ausständig hat, erzielte innerhalb einer Woche einen Kursgewinn von rund 10.000 Euro. Nun kommt es darauf an, ob es den Schweizer Notenbankern gelingt, den Wechselkurs vom Franken zum Euro dauerhaft über dem angepeilten Wert von 1,20 zu halten. Nachdem es sich dabei nur um eine Zielgröße handelt, sind Franken-Schuldner schlecht beraten, sich in Sicherheit zu wiegen.

Noch dazu stöhnen sie weiter unter Altlasten der Frankenstärke. In Zahlen: Wer vor zehn Jahren einen Frankenkredit im Gegenwert von 100.000 Euro aufgenommen hat, sitzt wegen des Höhenflugs der Schweizer Währung immer noch auf Kursverlusten von über 25.000 Euro.

Um weiter Boden gutzumachen, können heimische Schuldner nur hoffen, dass der Franken wider Erwarten doch stärker nachgibt als von der Schweizer Nationalbank geplant. Ungarische Fremdwährungsschuldner haben möglicherweise bessere Karten. Die Budapester Regierung beabsichtigt, bei Fremdwährungskrediten einen beträchtlichen Teil der angelaufenen Wechselkursverluste per Gesetz den Banken umzuhängen.

Wechselspieler ins Rennen werfen

Eine solche juristisch bedenkliche Maßnahme steht in Österreich nicht im Raum. Heimische Frankenschuldner haben dafür erhebliche Spielräume, ihre Tilgungsträger zu optimieren, die in aller Regel zusammen mit dem Kredit abgeschlossen und oft jahrelang nicht gewechselt wurden. So ist es etwa bei Fondspolizzen möglich, schwach laufende Fonds gegen bessere auszutauschen.

Bei einem Tilgungsträger mit Einzelfonds oder Aktien am Bankdepot gilt dasselbe. Gerhard Miksch, Experte für Fremdwährungskredite der Erste Bank: „Generell kommen Frankenschuldner nicht um eine genaue Analyse ihrer Finanzierung herum.“ Eric Samuiloff, Chef des AWD Österreich: „Die Banken wissen es zu schätzen, wenn sich Kreditnehmer aktiv um ihre Tilgungsträger kümmern und nicht einfach die Augen vor Problemen verschließen.“

Obwohl manche Banken bei der Reparatur eines Fremdwährungskredits empfehlen, zusätzliche Zahlungen auf ein separates Sparkonto zu überweisen, können sie sich nicht völlig gegen einen Austausch des Tilgungsträgers sperren. Erste-Banker Miksch: „Dem Umstieg wird aber bei uns nur zugestimmt, wenn der Kunde unterschreibt, dass er das Risiko zur Gänze selbst übernimmt.“

Als Gebot der Stunde beim Wechsel des Tilgungsträgers gilt, dass speziell jene, die einzelne Aktien zum Vermögensaufbau für ein endfälliges Franken-Darlehen ins Rennen schickten, den Status überprüfen müssen. Einzelaktien sind generell riskanter als breit gestreute Fonds. Noch dazu ist bereits viel Kapital vernichtet. Zum Vergleich: Der weltweite Aktienfonds M&G Global Basics (ISIN GB0030932676) legte trotz turbulenter Börsenphasen innerhalb der vergangenen zehn Jahre um 150 Prozent zu, während bei Aktien von Immofinanz (AT0000809058) seither mehr als die Hälfte des Einsatzes verloren ging.

Wer sich selbst einen Überblick über das Abschneiden eigener Fonds verschaffen und direkte Vergleiche zu anderen Produkten ziehen will, wird im Internet gratis unter www.morningstar.at fündig. Ebenso sind Informationen zur Wertentwicklung von Fondssparplänen abrufbar. Sie finden sich nach Eingabe der ISIN-Nummer auf der Homepage von www.infos.com .

Um Ihnen beim Wechsel des Tilgungsträgers die Auswahl zu erleichtern, hat FORMAT zehn Fonds herausgefiltert, die den Vermögensaufbau verbessern können. Mit dem M&G Global Basics und dem Goldminenaktienfonds Earth Gold Fund finden sich zwei Produkte in der Auswahl, die aufgrund ihres hohen Risikos nur als geringer Teil eines Tilgungsträgers – der Anteil sollte fünf bis zehn Prozent nicht übersteigen – eingesetzt werden sollten.

Angesichts der unsicheren Lage an den Finanzmärkten lohnt sich ganz besonders der Blick auf defensive Depots, die sowohl in Aktien als auch in Anleihen investieren und die rasch auf die aktuelle Marktlage reagieren können. Dementsprechend sind acht der zehn von FORMAT ausgewählten Fonds, die auch in vielen gängigen Fondspolizzen enthalten sind, flexible Mischfonds.

Tilgungsträger mit Autopilot

Einer der stabilsten Fonds, die sich als Tilgungsträger eignen, ist der flexible Euro-Mischfonds Ethna Aktiv (LU01346412771). Luca Pesarini (Bild), Fondsmanager des knapp 2,3 Milliarden Euro schweren Ethna-Depots, hat bereits Anfang April, also deutlich vor den Kursturbulenzen des Sommers, den Aktienanteil auf knapp unter 17 Prozent reduziert. In gleicher Tonart ging es in den vergangenen Monaten weiter. Aktuell hat Pesarini weniger als fünf Prozent Aktien im Fonds, während der Bargeldanteil auf 15 Prozent erhöht wurde. Dank dieser wendigen Taktik haben Anleger in den vergangenen drei Jahren im Schnitt 7,3 Prozent Ertrag erzielt und sind auf Jahressicht zumindest ohne Wertverlust über die Runden gekommen (siehe Tabelle ).

Noch ein wenig besser läuft der Mischfonds Carmignac Patrimoine. Auch bei diesem Fonds wird rasch die Reißleine gezogen, wenn sich über den Börsen schwarze Wolken zusammenbrauen. Im August lag die offene Aktienquote nur noch bei fünf Prozent. Auch bei diesem Fonds machte sich die Wendigkeit des Managements bezahlt. Wer vor fünf Jahren begann, monatliche Sparraten in Höhe von 100 Euro in den Fonds einzuzahlen, hat seinen Einsatz seither um mehr als 1.000 Euro vermehrt – und braucht sich um den Tilgungsträger wenig Sorgen zu machen.

Tilgungsträger: Acht Mischfonds als Basis, zwei Aktienfonds zur Beimischung

– Robert Winter

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