Wie viel Geld hat Bawag-Spekulant Wolfgang Flöttl wirklich verzockt?

Seit seiner krankheitsbedingten Haftentlassung durchforstet Ex-Bankboss Helmut Elsner mit Akribie den Gerichtsakt des Bawag-Skandals. Vor allem die angebliche Vermögenslosigkeit von Millionenzocker Wolfgang Flöttl und vermeintliche Fehler im Gerichtsgutachten von Fritz Kleiner will Elsner aufklären.

Seine beiden Anwälte Karl Bernhauser und Leopold Hirsch haben jetzt einen umfangreichen Fragenkatalog an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Erstaunliches findet sich in Kontoauszügen von Flöttls Karibik-Firmen: Elsner zweifelt an, dass Flöttls Verluste tatsächlich eingetreten sind, da sich etwa bei Lehman Brothers noch Ende November 2000 Guthaben von 44,2 Millionen Dollar befunden haben.

Auch auf Flöttls Firmen zuzurechnenden Konten bei der Credit Suisse First Boston und der Deutschen Bank lagen laut FORMAT vorliegenden Kontoauszügen Anfang Dezember 2000 Guthaben von mehr als 100 Millionen Dollar. Zu diesem Zeitpunkt soll aber bereits der Totalverlust bei den Bawag-Spekulationsgeschäften eingetreten sein. Elsner will mit den Widersprüchen zwischen Flöttls Aussagen und seinem tatsächlichen Vermögen die Glaubwürdigkeit des Bawag-Spekulanten untergraben. Er ist der Meinung, nur aufgrund der Flöttl-Aussagen und des Kleiner-Gutachtens verurteilt worden zu sein.

Der Hintergrund: Elsner will für anstehende Zivilverfahren gerüstet sein und zieht Wiederaufnahmeanträge in Erwägung. Helmut Elsner und seine Frau Ruth erwarten zudem Unterlagen aus New York, die Licht in die damaligen und aktuellen Geschäftsbeziehungen Flöttls bringen sollen. Bislang stieg Flöttl im Bawag-Verfahren glänzend aus. Sein Schuldspruch wegen Untreue wurde wegen formaljuristischer Fehler aufgehoben. Ob es zu einer neuen Anklage kommt, ist noch offen – die Justiz prüft noch immer. Unterdessen zeigt sich Flöttl selbst unverdrossen am New Yorker Societyparkett – gerne mit seiner Frau, Ex-US-Präsidenten-Tochter Anne Eisenhower-Flöttl an der Seite.

– HOR

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