Wie Elsner um sein Vermögen und gegen Ex-Ministerin Bandion-Ortner kämpft

Der Ex-Bawag-Chef wurde zwar aus dem Gefängnis entlassen – die angeschlagene Gesundheit und zahlreiche Gerichtsverfahren halten ihn aber auf Trab. Zudem muss er um sein Millionenvermögen kämpfen.

Kaum hat Helmut Elsner die Freiheit wiedererlangt, sieht sich der Ex-Bawag-Generaldirektor heftiger Kritik ausgesetzt. Seine kurzfristige Quartiernahme im Wiener Nobelhotel Imperial wird aufgeregt diskutiert. Auch dass Elsner bald in einer ausländischen Klinik seinen Reha-Aufenthalt absolvieren könnte, erregt die Gemüter. Fragen nach der Finanzierung dieser Vorhaben beantwortet seine Gattin Ruth derzeit nicht – das Ehepaar gibt sich aber weiter kampfesmutig. Juristisch fightet Österreichs prominentester Ex-Häftling an mehreren Fronten.

Elsner kämpft weiter

Über einen Fortführungsantrag zu einem von Elsner angestrengten Verfahren gegen Ex-Justizministerin und Bawag-Richterin Claudia Bandion-Ortner, deren Kabinettschef und eine Richterin am Landesgericht Wien wurde zu Wochenbeginn in Leoben entschieden. Das Ergebnis wird den Parteien allerdings erst mitgeteilt. In dem Rechtsakt reitet Elsner heftige Angriffe gegen Bandion-Ortner und Bawag-Zocker Wolfgang Flöttl, in denen er eine Verfälschung des Verfahrens behauptet und den Verdacht der Korruption äußert. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Prozessreigen

Elsners Juristen prüfen zudem eine Schadenersatzklage mit Schmerzensgeldforderung, weil durch die lange U-Haft des Ex-Bawag-Chefs dessen Gesundheit massiv beeinträchtigt wurde. Elsner strebt auch eine Neuaufnahme des Bawag-Verfahrens an.

Auch an der Vermögensfront öffnet der schwerkranke Ex-Banker eine neue Flanke. Ihn ärgert, dass seine an sich nicht unbeträchtlichen Vermögenswerte immer noch eingefroren sind. Eine Sprecherin des Justizministeriums beschreibt die Lage so: „Laut einer einstweiligen Verfügung, die sich auch auf die Liegenschaft in Frankreich bezieht, wurde Herrn Elsner alles untersagt, was eine allfällige Exekutionsführung vereiteln oder erheblich erschweren könnte. Die Konten sind noch eingefroren, weil das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.

Wie lange das noch sein wird, kann aufgrund des laufenden Verfahrens noch nicht beurteilt werden.“ Die Elsners orten eine Ungerechtigkeit, gegen die sie sich zur Wehr setzen wollen, denn die übrigen Bawag-Angeklagten würden nicht von Vermögensengpässen betroffen sein und Kuren oder Urlaube absolvieren. Ein Seitenhieb auf den ebenfalls verurteilten Elsner-Nachfolger Johann Zwettler, dem aus medizinischen Gründen ein Gefängnisaufenthalt erspart blieb.

Keine Lire, keine Papiere

Elsners Kur scheitert derzeit an einer Kleinigkeit: Der Ex-Häftling verfügt über keine Ausweisdokumente. Sein Führerschein wurde ihm wegen der Bypassoperation aberkannt, und sein Pass ist laut Ruth Elsner noch immer eingezogen und abgelaufen. Nicht unwichtig, denn er plant seinen Reha-Aufenthalt in Österreich oder dem angrenzenden Ausland. Die französische Nobelklinik der Arnault-Tzanck-Gruppe in Mougins dürfte aber nicht infrage kommen, obwohl Elsner dort schon einmal behandelt wurde. Wichtiger Punkt in der Ortswahl wird indes die Abschirmung von der Öffentlichkeit sein. Denn in den vergangenen Tagen wurde das Hotel Imperial von Neugierigen und Journalisten besucht. Elsner selbst scheint das noch nicht allzu viel auszumachen – nach seinem jahrelangen Gefängnisaufenthalt scheint er jetzt die Freiheit zu genießen.

Palais statt Zelle

Den Elsners bleibt noch eine rund 600.000 Euro teure Wohnung am Kitzbüheler Malernweg, die vor seiner Verhaftung erworben wurde. Im Grundbuch ist er allerdings noch immer nicht eingetragen. Als Hauptwohnsitz wollen die Elsners nun eine Wohnung in einem Wiener Ringstraßenpalais beziehen, die derzeit renoviert wird. Mit ein Grund für die Wahl des Imperial als Interimsbleibe – die beiden Häuser sind nur wenige Meter voneinander entfernt.

– Florian Horcicka

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