Viagra – Milliarden für die Potenz

Mit dem versprechen sich Generikaproduzenten jetzt das große Geschäft. Fest steht, dass die kleine, blaue Pille erheblich billiger wird.

Viagra – Milliarden für die Potenz

Der Ansturm ist riesig. Im Mittelpunkt steht eine kleine blaue Pille, die Männern reichlich Potenz und Herstellern riesige Profite bescheren kann. Am 23. Juni lief der Patentschutz für Viagra des US-Pharmariesen Pfizer aus. Seither rüsten sich weltweit bereits mehr als 200 Generika-Hersteller für den Nachbau des Blockbusters und das große Geschäft mit der erektilen Dysfunktion.

In Österreich haben mehr als 20 Firmen bereits die Marktzulassung erhalten, darunter Ratiopharm, Actavis, Teva, Stada, Sandoz oder Genericon. Auch der steirische Medikamentenhersteller Gerot Lannach von Ex-ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein bringt einen Viagra-Nachbau mit dem Namen " Direktan “ auf den Markt. In Österreich wurden im Vorjahr 17,3 Millionen Euro mit Potenzpillen umgesetzt. Neben Pfizer, das ein Drittel der Nachfrage abdeckt, mischen auch Eli Lilly mit "Cialis“ und Bayer mit "Levitra“ mit. Die Wunderpillen unterscheiden sich allerdings durch die Wirkstoffe.

Beinharter Preiskampf erwartet

Rund 700.000 Österreicher leiden unter Potenzstörungen, davon sind etwa 100.000 regelmäßige Konsumenten von Potenzpillen. Neben aufbauenden Wirkstoffen wollen diese Männer vor allem von Preissenkungen profitieren. Die Kasse zahlt dafür nicht. Bisher ging das verschreibungspflichtige Viagra zum Stückpreis von 16 Euro in der 50mg Version über den Apotheker-Ladentisch. Ein Nachbau von Stada, der unter dem Namen "Sildenafil von Stada“ gerade in den Handel kommt, kostet 10 Euro pro Stück. "Aber die Preise werden noch weiter purzeln”, prophezeit Stada Geschäftsführer Bernd Leiter, der auch Präsident des Österreichischen Generikaverbandes ist. Leiter erklärt den Ansturm der Firmen auf den freigegebenen Markt nicht nur mit Profitgründen: "Es geht auch um das Image. Jeder will es im Portfolio haben.“

Pfizers neuer Anlauf

Auch Pfizer führt es weiter im Programm. "Wir bieten nicht nur das Original an, sondern werden auch den Preis dafür nicht senken“, sagt Robin Rumler, Chef von Pfizer Österreich: "Wir wollen die Versorgung für jene sichern, die Wert auf das Original legen.“ Es wird auch weiter erkennbar bleiben, denn weder Form noch Farbe dürfen die neuen Mitbewerber übernehmen, nur den Wirkstoff Sildenafil.

Pfizer bleiben Erinnerungen an lukrative Zeiten. Seit der Markteinführung von Viagra im Jahr 1998 wurden weltweit 1,8 Milliarden Tabletten an den Mann gebracht. Im Vorjahr wurden mit der Wunderpille noch zwei Milliarden Dollar umgesetzt. Rumler ist stolz auf sein Unternehmen, "das Millionen Männern geholfen hat ein glückliches Sexualleben führen zu können.“

Auf Umsatzverluste für das Original war Pfizer naturgemäß vorbereitet. Für Konsumenten eher unerwartet, kopiert sich der Konzern zum Ausgleich aber jetzt gleich selbst. Eine Woche vor der Konkurrenz kam Pfizer mit einem eigenen Generikum in den Handel, das nur noch 11.95 Euro pro Stück für die 50mg Dosis kostet.

Fälscherhandwerk betroffen

Die neue Dynamik am Markt für Potenzpillen wird auch für Fälscher Auswirkungen haben, glauben Fachleute. Viagra gehört zu den Produkten, die am meisten gefälscht werden. Im letzten Jahr wurden in Österreich vier Millionen Pillen beschlagnahmt. Weltweit hat das Geschäft freilich noch ganz andere Dimensionen. Das könnte sich ändern. Wenn der Preis für Generika noch weiter abrutscht, wird sich auch die Differenz zum Falschprodukt verkleinern. Konsumenten werden dann abwägen, so hoffen Experten, ob ihnen der kleine Preisunterschied nicht mehr Sicherheit und Gesundheit wert ist.

Pfizer-Chef Rumler macht noch einen weiteren Vorteil aus: "Die neue Entwicklung hat zu einer Enttabuisierung des Themas Potenzstörung beigetragen.“

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