Verkauf von Schloss Velden: Karl-Heinz Grasser lobbyiert im Hintergrund

Jetzt will auch ein Wiener Immobilienentwickler mit der Schweizer Hotelkette Kempinski das Schloss Velden kaufen. Exfinanzminister Karl-Heinz Grasser mischt angeblich im Hintergrund mit.

Eigentlich hatte der Verkäufer des Nobelhotels Schloss Velden am Wör­thersee, die Hypo Alpe-Adria-Bank, schon einen mehr oder weniger fixen Käufer: nämlich die italienische Gruppo Serramarina. Die bot in der ersten Runde 54,3 Millionen Euro für das Fünf-Sterne-Haus samt Residenzen.
Nun hat sich aber auch eine österreichische Gruppe rund um den Immobilienentwickler Nikolaus Lengersdorff formiert. Der 64-jährige Wiener, der auch in Kärnten engagiert ist, hat außerdem die Schweizer Hotelkette Kempinski mit an Bord. „Es gibt eine fixe Betreiberzusage von Kempinski“, betont Lengersdorff.

Grasser liegt das Hotel "am Herzen"

Was aber in Kärnten für Aufregung sorgt, ist das Gerücht, dass auch Exfinanzminis­ter Karl-Heinz Grasser im Hintergrund für Lengersdorff mitmischt. Angeblich lobbyiert Grasser gegen die Italiener, und es rumort, dass seine Polit-kontakte den Ausschlag geben könnten. „Als Kärntner liegt Karl-Heinz Grasser das Hotel am Herzen, und er versucht, die beste Lösung im Sinne Kärntens zu finden“, hält sich Lengersdorff dazu bedeckt. Im Umfeld der Hypo werden die Gerüchte aber jedenfalls ernst genommen. Die Bankführung betont daher, dass niemand ­bevorzugt werde und es keine Präferenz für eine österreichi­sche Lösung gebe.

In Richtung der Italiener erklärt Hypo-Aufsichtsratspräsident Johannes Ditz: „Ich kann alle beruhigen. Das Rennen ist völlig offen. Ich will nur verhindern, dass jemand auf Kos­ten der Hypo ein Schnäppchen macht und danach das Objekt mit viel Gewinn weiterverkauft.“
Österreicher würden bis zu 60 Millionen Euro zahlen. Ein Vorteil der Lengersdorff-Gruppe könnte sein, dass sie bereit wäre, bis zu 60 Millionen Euro für die Liegenschaft auf den Tisch zu legen.

Geldgeber sollen dabei vor allem aus Kontakten von Kempinski und Lengersdorff kommen. Der Unternehmer, der vor einigen Jahren mit der Immofinanz das Kempinski St. Moritz entwickelte, würde sich auch selbst mit einem kleineren Anteil beteiligen. Die Schweizer Hotelgruppe verfügt über einen sogenannten „Owners Club“, in dem einige der Superreichen dieser Welt sitzen. „Konkret gibt es Gespräche mit einem osteuropäischen, einem arabischen und einem Kärntner Investor“, sagt Lengersdorff. „Allerdings wissen wir nicht, wie lange die Tür
bei der Hypo Alpe-Adria noch offen ist.“

Entscheidung bis Ende Juli

Die Bank hat es eilig. Möglichst noch im Juli soll die Entscheidung fallen. Bieterkonkurrenz kommt den Verkäufern aber natürlich gelegen.

Mit dem griechischen Inter­essenten Blue Note Shipping, der gar 71,5 Millionen Euro zahlen würde, redet die Hypo allerdings nicht – das Unternehmen ist auf zwei schwarzen Listen britischer Rohstoffhändler vorgemerkt. Favoriten bleiben die Italiener.
 
Barbara Nothegger

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