Taxiruf via Smartphone: Die neue App myTaxi revolutioniert die Taxibestellung

Am Smartphone von Taxichauffeur Andreas K. erscheint ein Kundenauftrag. Er muss einen Fahrgast in der Taborstraße 18 abholen. Zwei Minuten später ist Andreas K. an der Zieladresse. Der Kunde hat über die neue Taxi-App myTaxi bestellt – unkompliziert, rasch und ohne zu telefonieren.

Voraussetzung ist ein iPhone, ein iPad oder ein Android-betriebenes Smartphone.

Easy Handling für Kunden

Man tippt einfach die App myTaxi an, gibt Abhol- und Zieladresse ein, Zahlungsart (Kreditkarte oder bar) und Anzahl der Fahrgäste. Auch auf Sonderwünsche – z. B. ob ein Hund mitsoll oder ob ein umweltfreundliches Taxi bevorzugt wird – kann eingegangen werden. Über GPS wird das nächstgelegene Taxi geortet und der Auftrag an dieses erteilt. That’s it. Die Anfahrt lässt sich über Google Maps verfolgen; Name und Telefonnummer des Fahrers werden ausgewiesen.

Diese neue Art der Taxibestellung gibt es nach erfolgreicher Einführung in Deutschland seit vergangenem Dienstag auch in Wien. Anbieter ist die deutsche Firma Intelligent Apps GmbH. In Deutschland nutzen bereits 4.000 Fahrer die Anwendung, 300.000-mal wurde die App bereits heruntergeladen. In Wien ist myTaxi jetzt einen Monat lang mit 250 Fahrern in der Testphase. „Der Kunde muss sich keine Taxinummern merken, die App funktioniert überall“, erklärt Johannes Mewes, Geschäftsführer von Intelligent Apps.

Geldersparnis für Taxler

Für Wiener Taxibetreiber – sowohl für jene, die über Funk angepeilt werden, als auch für die, die sich ihre Kunden auf der Straße suchen – ist die App ein Riesenvorteil. Die einen ersparen sich Stehzeiten am Standplatz oder leere Kilometer, die anderen eine Menge Geld, das sie an die Funkzentralen 40100, 60160 oder 31300 zahlen müssen. „Als Funktaxler zahlt man für die Anschaffung und das Einbauen eines Funkgerätes schon 2.500 bis 3.000 Euro“, rechnet der Wiener Taxichauffeur Walter Hindinger vor, der myTaxi bereits nutzt. Monatlich müssen für die Nutzung des Funks satte 500 Euro berappt werden – oder 150 Euro Grundgebühr plus 1,45 Euro pro vermittelte Fahrt. Bei myTaxi fallen hingegen nur 79 Cent inklusive Außenwerbung am Taxi oder 99 Cent ohne diese an.

Konkurrenz verharmlost

Die Monopolstellung der Funkzentralen scheint nun in Gefahr. „Der Markt ist seit der Einführung der Nacht-U-Bahn ohnehin um zehn Prozent rückläufig“, erklärt Andreas Curda, Chef der Wiener Taxi-Innung. „Wir stehen der neuen App dennoch wertneutral gegenüber und werden den Markt beobachten.“ Leopold Müllner, Boss der Funkzentralen 40100 und 60160, gibt sich noch gelassen: „Die Idee ist abgestandener Kaffee und abgelutscht.“ Dabei hat er letzten Herbst selbst schon die Taxi-App „Taxi 40100“ online gestellt. Leider erfolglos, gibt er zu, weil zu wenig beworben. Zudem weniger benutzerfreundlich für den Kunden, und die 40100-App können nur Fahrer der hauseigenen Flotte nutzen. Also auch für diese kein Vorteil, da keine Kostenersparnis. Fazit: Die Smartphone-Generation wird sicherlich von myTaxi Gebrauch machen. Inwieweit Telefonbesteller auf den neuen Trend aufspringen, bleibt abzuwarten. Das Monopol bekommt in jedem Fall einen Riss.

– L. Schwaighofer

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