So bekommen Sie ihr Schwarzgeld strahlend weiß

So bekommen Sie ihr Schwarzgeld strahlend weiß

Der Titel sagt alles: "Steuerflucht", so der Name des Buches. Von Hongkong bis Singapur - ein neues Buch liefert eine Anleitung, wo und wie sich Schwarzgeld am besten waschen lässt.

Das Problem: Auf dem Konto im Ausland liegt eine Million Schwarzgeld, steuerschonend geparkt. Zwar verzinst es sich, jedoch kann der Besitzer die Mittel nicht in den legalen Geldkreislauf rückführen. Was tun?

Finanzexperte und Autor Hans-Lothar Merten präsentiert in seinem neuen Buch "Steuerflucht“ die Lösung: Das Geld solle man, rät er den Lesern, einfach in einen thesaurierenden Fonds des jeweiligen Heimatlandes einzahlen, der aber weiter im Depot der Auslandsbank gehalten wird. Damit sei das Kapital aus der Illegalität entlassen, der - in Mertens Fall deutsche - Fiskus aber immer noch außen vor. Merten fallen für den geschilderten Problemfall acht weitere Optionen ein, die er auflistet.

Detailliert beschreibt der in Deutschland nicht unumstrittene Merten Möglichkeiten zur Umschiffung der Finanzgesetze vor allem in Hochsteuerländern. Selbst ein Glossar stellt er ins Buch, das man als Ratgeber zur Steuerflucht lesen könnte. Aber Vorsicht: "Autor und Verlag lehnen jede Haftung ab“, heißt es im Vorwort. Sicherheitshalber merkt der Autor auch an: "Steuerflucht ist kein Kavaliersdelikt.“

Detailverliebt beschreibt Merten jedenfalls die verschlungenen Pfade, auf denen sich Schwarzgeld auch für Durchschnittsbürger weißwaschen lässt. In einem eigenen Kapitel nimmt er sich des Ankaufs der diversen Schweizer Steuer-CDs durch deutsche Behörden an und schildert, wie die Deals gelaufen sein mögen.

Wege ins Paradies

Hongkong, Mauritius, Singapur, die Seychellen, aber auch die Türkei, Uruguay oder die Golfstaaten und das Offshore-Steuersystem der Vereinigten Staaten - überall befinden sich laut Mertens Recherchen Steuerparadiese mit Möglichkeiten zur mehr oder weniger illegalen Geldanlage.

Die Grenzen zwischen legal und fast legal seien ohnehin fließend, konstatiert Merten. Spannend etwa die Schilderung, wie Finanzämter derzeit weltweit im Ausland auf die Jagd nach Rentnern mit in Grauzonen geparktem Vermögen gehen. Der deutsche Finanzminister sei zum Beispiel bemüht, seiner 1,6 Millionen über die Welt verstreuten Pensionäre per Steuerabkommen und Informationsaustauschverträge habhaft zu werden.

Mehr deutsche Rentner als in Österreich leben derzeit übrigens nur in den USA und der Schweiz. Bei uns kommen sie vom Regen in die Traufe: Österreich ist mit einer Abgabenquote von deutlich über 42 Prozent eines der höchstbesteuerten Länder der Welt, außerdem darf bei uns der deutsche Fiskus zugreifen.

Merten jedenfalls kommt in seinem Buch zu einem für Steuerflüchtlinge erfreulichen Schluss. "Den perfekten Schutz vor Steuerhinterziehung gibt es nicht“, schreibt er. Nachsatz: "Es sei denn, jemand führt ein Weltfinanzamt ein.“

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