Skylink: Wiener Airport-Händler
bangen um die Zukunft der AUA

Die Kaufleute am Airport fürchten, dass sich der AUA-Sparkurs negativ auf ihr Geschäft auswirken wird. Zu Recht.

Die prekäre wirtschaftliche Lage der AUA bereitet den Händlern am neuen Flughafen-Terminal Skylink große Sorgen. Sie befürchten, dass der rigorose AUA-Sparkurs ihrem Geschäft massiv schaden wird. „Wir können uns auf eine Katastrophe einstellen“, sagt der Kaufmann Rakesh Sardana. Die AUA ist der wichtigste Mieter am Skylink, der offiziell im Juni 2012 in Betrieb genommen wird.

Im vergangenen Jahr fertigte der Flughafen Wien 21 Millionen Passagiere ab, die mit der Errichtung des Skylink verbundene Prognose lautet auf
30 Millionen – ein Ziel, das vor allem durch die AUA erreicht werden soll.
Doch wenn die von der AUA-Mutter Lufthansa versprochene Flottenerweiterung im Langstreckenbereich ausbleibt und der Schrumpfkurs fortgesetzt wird, sieht es mit diesen euphorischen Wachstumserwartungen schlecht aus. „Schrumpft die AUA, schrumpfen alle“, stöhnt Sardana, der am Skylink 16 Geschäfte betreiben wird.

Plan B fehlt

Am Skylink wird es gut 30 Shops und 20 Gastronomiebetriebe geben. In Summe entspricht das einer Fläche von 9.600 Quadratmetern (am gesamten Flughafen-Areal sind es 20.000 Quadratmeter Einkaufsfläche). Der größte Händler, der deutsche Unternehmer Gunnar Heinemann, der
am Skylink unter anderem Duty-Free-Shops betreiben wird, gibt sich ebenfalls besorgt: „Unsere Hoffnung ist, dass sich die AUA rasch erholt.“
Denn die Mieten am Skylink sind hoch. Für ein rund siebzig Quadrat­meter großes Geschäft sind in besserer Lage monatlich rund 10.000 Euro ­Sockelmiete zu bezahlen. Läuft das Geschäft besser, muss ein Teil des Umsatzes an den Vermieter, also an die Flughafen Wien AG, abgegeben werden. Doch danach sieht es nicht aus. Die Händler denken eher über
die Forderung nach niedrigeren Basismieten nach.

Einen Plan B hat der Flughafen Wien nicht. Was passiert, wenn es mit der AUA, dem wichtigsten Kunden, noch steiler bergab geht, weiß auch das neue Vorstandsduo Julian Jäger und Günter Ofner nicht. Zuletzt versuchte man, mit der Information zu beruhigen, bis zur Inbetriebnahme 350 neue Mängel beim Skylink zu beheben. Die Händler beeindruckt das aber wenig. „Die Geschäfte sind teils verbaut, versteckt hinter Schächten und Rolltreppen“, sagt Sardana. Auch sein deutscher Mitbewerber Heinemann klingt nicht euphorisch: „Im Großen und Ganzen passt es, aber ­perfekt ist es nicht.“

Heinemann übt sich in Zweckoptimismus: „Ich sehe das unternehmerisch. Wenn die AUA ausfällt, müssen eben andere Airlines einspringen.“

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