Skylink-Boss Ernest Gabmann: „Die Zuständigkeiten waren ungeklärt“

Der neue Finanzvorstand über die schwere Aufgabe, das Projekt Skylink zu retten, und sein Verhältnis zum Kollegen Kaufmann.

FORMAT: Herr Gabmann, seit März sind Sie Flughafen-Vorstand und damit für den „Problem-Terminal“ Skylink verantwortlich. Sie hätten sich wohl einen ruhigeren Start gewünscht …
Gabmann: Ich hatte als früherer Vize-Landeshauptmann von Niederösterreich auch mit Problemfällen zu tun und war ständig mit den wirtschaftlichen Belangen von Unternehmen befasst.
FORMAT: Vieles lief falsch. Wie wollen Sie die Altlasten loswerden?
Gabmann: Das Problem war, dass die Zuständigkeiten nicht klar definiert waren. Norbert Steiner ist nun neuer Projektleiter, eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Er trägt die Letztverantwortung für alle Baumaßnahmen. Die Planung liegt federführend in Händen der PMN. Wir werden hier zusammen schnell aufräumen.
FORMAT: PMN war schon früher dafür zuständig. Auch Firmen wie Vasko (Projektsteuerung) und Ortner (Haustechnik) sind noch dabei. Hätten Sie die alten Mannschaften nicht auswechseln müssen?
Gabmann: Sie sind nicht schuld an der Kostenexplosion. Das Problem war, dass es keine Koordinierung gab, weil zu viele Firmen mit ähnlichen Aufgaben beauftragt waren. Das ist jetzt anders. Die Verträge von Ortner und PMN sind verlängert und abgeändert worden. Sie haben nun die Letztverantwortung für ihre Bereiche. Bei allen anderen Unternehmen wird wegen der Bauunterbrechung noch verhandelt.

"Verhandeln bis Ende September"
FORMAT: Sie haben den Baustopp verordnet, um die Konsulenten- und Professionistenverträge neu auszuverhandeln. Wie viel erspart sich der Flughafen dadurch?
Gabmann: Wir rechnen damit, dass wir deutlich unter die von uns zuletzt veranschlagten Gesamtkosten von 830 Millionen Euro kommen. Bis Ende September werden die Verträge ausverhandelt. So es zu keiner Einigung kommt, werden sie neu ausgeschrieben.
FORMAT: Rechnen Sie wegen der Vertragsaufkündigung mit Klagen?
Gabmann: Nein, wir haben das rechtlich prüfen lassen. Außerdem begrüßen viele Konsulenten und Professionisten diesen Schritt, weil sie wissen, dass wir die Ausuferung der Kosten nur so in den Griff bekommen.

"Fürchten uns nicht vor Prüfung"
FORMAT: Gesellschaftsrechtler Jud erstellt ein Gutachten, das die Schuldfrage klären soll. Ihr Vorgänger Domany soll die Hauptverantwortung tragen.
Gabmann: Ich will nicht in der Vergangenheit herumbohren, weil ich mit der Zukunft des Projekts genug zu tun habe. Wir müssen und werden den Bau in den nächsten zwei Jahren beenden. Ab Anfang 2010 wird es am Skylink eine monatliche Bauleistung von 15 bis 18 Millionen Euro geben.
FORMAT: Der Flughafen prüft die Causa Skylink auch intern. Der Rechnungshof will ebenfalls prüfen. Begrüßen Sie das?
Gabmann: Wenn die rechtlichen Grundlagen gegeben sind, ja. Niemand am Flughafen fürchtet sich vor einer Rechnungshofprüfung. Intern lassen wir prüfen, weil wir gegenüber den Flughafen-Aktionären Verantwortung tragen.
FORMAT: Ihr Verhältnis zu Ko-Vorstand Herbert Kaufmann soll recht unterkühlt sein.
Gabmann: Alles Gerüchte. Wir haben ein korrektes Verhältnis. Er wird Ihnen sicher bestätigen, dass wir sogar gut miteinander können.

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