Shopping in der Wellnessoase: SCS wird neu gestylt

Die SCS, das größte Einkaufszentrum des Landes, wird um 110 Millionen Euro umgestylt. Ab 27. September werden dem Kunden dort Wohlfühl-Atmosphäre und neue Kultlabels wie Hollister und Pull & Bear geboten.

"Mach Urlaub in der Shopping City Süd“ - mit diesem Slogan sollten potenzielle Käufer auch bei großer Hitze in das mit knapp 200.000 Quadratmetern größte Einkaufszentrum des Landes im Süden Wiens gelockt werden. Wer diesem Lockruf folgte, der wurde allerdings von Baulärm und weitgehend geschlossenen Shops empfangen. Denn die SCS, im Jahr 1976 erbaut, wurde seit Ende April einem umfassenden Facelifting unterzogen.

"Wir wollten der SCS den Glanz der alten Jahre zurückgeben. Nur eben mit moderner Architektur und zeitgemäßem Design“, erläutert Markus Pichler, lokaler Managing Director von SCS-Betreiber Unibail-Rodamco. Am 27. September sollen dann auch die Kunden in den Genuss dieses Glanzes kommen. Dann nämlich wird der "Paradeplatz“, das Herzstück des Shoppingtempels, neu eröffnet.

"Wellness“ und nicht mehr Funktionalität lautet das Gebot der Stunde und wird von den berühmten französischen Architekten Saguez & Partners mit viel Licht, Pflanzen, Wasser und hellen Farben umgesetzt (siehe Diashow oben). Dafür wurde das Dach geöffnet und durch Glaskuppeln ersetzt, und für den gestressten Shopaholic wurden eigene Ruhezonen geschaffen. Ursprünglich wollte sich die französische Unibail-Rodamco-Gruppe den Umbau nicht mehr als 95 Millionen Euro kosten lassen, doch dabei wird es nicht bleiben, verrät Pichler. Denn kurz vor der Fertigstellung wurden vom Eigentümer noch ein paar Sonderwünsche reinreklamiert. So wurde der komplette Boden ausgetauscht, heller Marmor wurde gefordert. Das hat die Gesamtkosten auf 110 Millionen Euro hinaufgeschraubt.

Pichler ist dennoch zuversichtlich, dass sich die Investition lohnen wird. Denn im Donauzentrum, dem zweiten österreichischen Einkaufszentrum aus dem Hause Unibail, wurde 2010 um 155 Millionen Euro umgebaut. Mit Erfolg, wie Pichler findet. Im ersten Halbjahr dieses Jahres schnellte der Umsatz im Donauzentrum immerhin um 13,5 Prozent hinauf. Für die SCS sind die Erwartungen ähnlich ambitioniert: In den ersten drei Jahren soll der Umsatz um 15 bis 20 Prozent steigen, die Besucherzahl - sie stagnierte die letzten Jahre bei rund 24 Millionen jährlich - soll um mehr als zehn Prozent erhöht werden. Und in längstens zehn Jahren soll sich das Millioneninvestment amortisiert haben, so lautet die Vorgabe von Unibail.

Bislang hat sich Österreich im Konzern (siehe " Krise lässt Unibail-Rodamco kalt ") - die Franzosen sind 2008 in den Markt eingestiegen - als Musterschüler etabliert: Im vergangenen Jahr stiegen die Mieteinnahmen mit acht Prozent auf 90 Millionen Euro deutlich über dem Konzernschnitt von 4,6 Prozent.

Wunderwaffe Hollister

Wichtigster Umsatzturbo für die SCS könnte einmal mehr die kalifornische Wunderwaffe "Hollister“ sein. Das Kultlabel aus dem Hause Abercrombie & Fitch ruft vor allem bei Teenagern wahre Hysterie-Anfälle hervor und sorgt für Warteschlangen vor dem Store. Pichler kennt das schon aus dem Donauzentrum, wo der erste Hollister-Shop in Wien einschlug wie eine Bombe, und er hat sich vorbereitet: "Wir sind für den Ansturm gerüstet.“ Ebenfalls neu in der SCS ist der erste Pull-&-Bear-Shop, eine Bekleidungsmarke der spanischen Inditex-Gruppe. SCS-Kunden erwarten ab 27. September außerdem neue Shops von Orsay, G-Star, Electronic4You und Hämmerle.

Für mehr Wohlgefühl haben die SCS-Betreiber auch bei der Anreise gesorgt: Ein Gratis-Bus bringt die Kunden von der Endstation U6 und U1 im Halbstunden-Takt nach Vösendorf. Und wer mit der Badner-Bahn anreist, muss an der Wiener Stadtgrenze kein eigenes Ticket lösen. Zerstreuten Autofahrern bietet die SCS ein ganz besonderes Zuckerl: Eine eigene App soll helfen, den Parkplatz nach der Shoppingtour wiederzufinden.

Aus Sicht der Betreiber wurde für den Konsumenten also alles getan, um den Einkauf in der SCS ab Herbst in einen Wellness-Urlaub umzuwandeln. Die Politik bleibt, so Pichler, indes manches schuldig: "Ich finde es schade, dass man bei der Sonntagsöffnung nicht ein bisschen mutiger ist.“ Besonders enttäuscht ist er aber von der Wirtschaftskammer: "Dass von Vertretern der Kammer ein Scheitern der Sonntagsöffnung bejubelt wird, ist für mich unverständlich und gänzlich entbehrlich.“

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