Shades of Cash

Rund 45 Millionen Mal wurden die Bücher "Shades of Grey" bisher weltweit verkauft, in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Alltäglich sind diese Zahlen nicht, vor allem nicht für eine Autorin, die bis vor wenigen Monaten niemand kannte.

Shades of Cash

East Millinocket, zum Beispiel. Ein kleines Dorf, ruhig und beschaulich, tief in den Wäldern des US-Bundesstaates Maine. Einst Zentrum der amerikanischen Papierindustrie, dann wirtschaftlicher Niedergang, dann Erholungsgebiet, ein bisschen Tourismus. Vor zwei Jahren schloss die letzte große Fabrik. Jetzt aber läuft sie wieder. Sie läuft auf Hochtouren, denn in East Millinocket ist die Erotik eingekehrt.

Die Erotik der Britin Erika Mitchell Leonard: ein bisschen Sadomaso, ein bisschen Liebe zwischen einer Literaturstudentin und einem reichen Unternehmer. "Mummy Porn“ nennen die Verächter die Romantrilogie "50 Shades of Grey“, mit der Leonard unter dem Pseudonym E. L. James ein Bestseller gelang. Ein Megabestseller, für den Papierfabriken nicht nur in East Millinocket ihre Kapazitäten ausweiten und Druckereien Nachtschichten schieben müssen.

Der Buchhandel jubelt, die Verlage ebenso, denn die "Shades“ bringen Cash: Der Bertelsmann-Konzern, dessen Verlage die Trilogie in zahlreichen Ländern herausbringen, steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal um fünf und den Gewinn um 31 Prozent - obwohl einige andere Konzernbereiche schwächelten.

Der Umsatz der Tochter Random House explodierte dank des literarisch marginal bedeutsamem Wälzers gleich um zwanzig Prozent. Und auch im deutschsprachigen Raum, wo die Bertelsmann-Tochter Goldmann sich im März die Rechte sicherte, zwei Übersetzer quasi rund um die Uhr arbeiteten und bereits im Juli ganze Paletten mit Band eins in die Buchhandlungen geliefert wurden, läuft das Geschäft mit dem Hype: Von den ersten beiden Bänden wurden bisher rund drei Millionen Stück verkauft. Teil drei, "Befreite Lust“, erscheint im Oktober. Startauflage: 1,5 Millionen Stück. "Das hat man nicht alle Tage, sagt Georg Reuchlein, Chef des Goldmann Verlags.

Romantik und Erotik

Rund 45 Millionen Mal wurden die Bücher bisher weltweit verkauft, in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Alltäglich sind diese Zahlen nicht, vor allem nicht für eine Autorin, die bis vor wenigen Monaten niemand kannte. "E. L. James hat etwas Neues geschaffen, sie hat Romantik und Erotik auf eine Art kombiniert, wie es vorher niemand tat und wie es schwer nachzuahmen ist“, sagt Reuchlein.

Rund um die "Shades“ entsteht ein Erotik-Boom: Nachahmer bringen ähnlich gestrickte Bücher heraus, Sexshops berichten von steigender Nachfrage nach SM-Utensilien, und mit großer Spannung wird der "Shades“-Film erwartet.

Begonnen hat dieser Hype mit einem anderen: dem um die "Twilight“-Romane der Amerikanerin Stephenie Meyer.

E. L. James, Jahrgang 1963, Mutter von zwei Kindern, TV-Produzentin und mit einem Drehbuchschreiber verheiratet, las die "Twilight“-Storys und verfiel ihnen. Sie kündigte ihren Job und schrieb von "Twilight“ inspirierte Geschichten auf Online-Portalen, wo sich andere Gleichgesinnte trafen.

Bald hatte James ihre eigenen Fans. Ein kleiner australischer Verlag wurde auf die mittlerweile zu Romanlänge gewachsenen Geschichten aufmerksam und brachte sie 2011 in Buchform heraus. Über Blogs und Social Media entstand schließlich vor allem online der Hype, den auch Random House registrierte.

Zumindest in den USA kommt es mittlerweile nicht mehr selten vor, dass Bücher erst im Selbstverlag oder überhaupt nur als E-Book erscheinen, über Mundpropaganda zum Erfolg und erst dann von großen Verlagen aufgegriffen werden. "Ein generelles Geschäftsmodell sehen wir darin aber nicht“, sagt Reuchlein, denn Bestseller blieben unplanbar. Einer gilt als relativ sicher: E. L. James soll bereits wieder schreiben.

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