Selbstbedienungsladen MIP: Kurz vor dem
"Regimewechsel" wurde kräftig abkassiert

Am Tag des geglückten Aktionärsputsches ließ sich das Exmanagement fünf Millionen Euro auszahlen.

Der Schock saß den ehemaligen ­Managern rund um Chairman Hans Haider tief in den Knochen, als sich auf der Hauptversammlung der Meinl International Power (MIP) am 13. November 2008 abzeichnete, dass die rebellischen Aktionäre die Macht übernehmen würden. Also war rasches Handeln gefragt, um die Schäfchen noch ins Trockene zu bringen. An jenem 13. November wurde deshalb noch einmal tüchtig aufs Konto der MIP (jetzt: Power International) zugegriffen.

Die Liste der Abbuchungen liegt FORMAT vor. Die größten Brocken darauf: 1,028 Millionen Euro für die Investmentbank Lazard, 942.880 Euro bekam die Management­gesellschaft MPM rund um Karl-Heinz Grasser, und die Meinl Bank kassierte noch rasch ihre Market Maker Fee in Höhe von 526.707 Euro. Auch Meinl Capital Advisors, eine Tochter der Bank, bekam als „Erfolgsprämie, Teil 2“ beachtliche 423.125 Euro ausgezahlt.
Die Meinl Bank will sich zu den von MIP getätigten Überweisungen nicht äußern und verweist auf das Bankgeheimnis.

170.000 Euro Reisespesen  Auch bei den Reisespesen ließ sich das frühere Management nicht lumpen: So hat sich der einstige Verbund-General Hans Haider für August und September des Vorjahres laut der Liste 88.788 Euro an Reisekosten auszahlen lassen, für das vierte Quartal kamen noch einmal 80.859 Euro dazu. Eine Taxirechnung von drei Board-Mitgliedern beläuft sich auf 720 Euro. In Summe wurden so am Tag der schicksalhaften Hauptversammlungen im November rund fünf Millionen Euro von den MIP-Konten abgezogen, was Aktionäre und die neue Unternehmensleitung erzürnt.
Auch sonst hat sich der abgewählte Haider gut absichern lassen: FORMAT liegt eine um­fassende Schad- und Klagloshaltung zu seinen Gunsten vor, die ihn von sämtlichen Schadenersatzansprüchen und Geldstrafen für die nächsten zwölf Jahre freispricht. Zulasten der Gesellschaft. Ähnliche Erklärungen soll es auch für andere Exdirektoren der Gesellschaft geben. Dazu meint ein Anwalt: „Solche Erklärungen wären nach österreichischem Aktienrecht absolut unmöglich.“ Im angloamerikanischen Raum findet man solche „Indemnities“ hingegen häufiger. Der Sitz der MIP ­befindet sich in Jersey.

Von Angelika Kramer

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