Scheich im Shoppingfieber: Al Jaber an TUI-Tochter Magic Life Clubs interessiert

Mohammed bin Issa Al Jaber, saudischer Scheich mit Hang zu noblen Hotelprojekten, ist in Shoppinglaune. Jetzt greift er angeblich nach den Magic Life Clubs.

Die Shoppinglaune des saudischen Scheichs Mohammed bin Issa Al Jaber ( im Bild ) ist hierzulande fast schon Legende. Hotellerie- und Gastronomieobjekte stehen auf ­sei­ner Einkaufsliste ganz oben. Nach dem Kneissl-Deal im vergangenen Jahr geistern Gerüchte durch die Branche, dass sich Al Jaber auch für einen weiteren großen österreichischen Namen interessieren könnte. Diesmal in der Hotellerie: Magic Life, einst Österreichs Parade-Urlaubsklub, der sich nun im 100-prozentigen Eigentum des Tourismuskonzerns TUI befindet.

Zurückhaltende Reaktionen
Gerüchte um einen etwaigen Verkauf der Marke gibt es schon länger. Anfang des Jahres wurde als potenzieller Käufer das Wiener Investmenthaus Connexio Alternative Investments genannt, das sich aufgrund des „schwierigen wirtschaftlichen Umfelds“ aber zurückgezogen hat. Zu den aktuellen Gerüchten gibt sich die Konzernzentrale in Hannover zurückhaltend. „In Bezug auf Magic Life gibt es keinen neuen Stand. Marktgerüchte, die es ja zu diesem Thema in der Vergangenheit schon viele gab, kommentieren wir grundsätzlich nicht“, so Anja Braun, Sprecherin der TUI AG. Karim Jalloul von den JJW Hotels bestätigt Gespräche: „Es hat bereits ein Gespräch mit den Verantwortlichen von Magic Life gegeben. Mehr gibt es noch nicht zu berichten.“

Ergänzung zum Kneissl-Projekt
Die Klubmarke Magic Life würde sich tadellos in die Pläne Al Jabers mit Kneissl einfügen. Wie bereits angekündigt, soll die Marke Kneissl ein breites Portfolio von Lifestyle und Urlaubsprodukten abdecken: angefangen von Sportgeräten für Sommer und Winter bis hin zu Lounges und Resortanlagen. Magic Life wäre das sommerliche Pendant zu den geplanten Kneissl-Anlagen in den heimischen Alpen. Das gesamte Kneissl-Projekt soll in den nächs­ten Wochen der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Gesteigerte Qualität, geschrumpfte Größe
Magic Life selbst hat eine wechselvolle ­Geschichte hinter sich: 1990 von Cem Kinay gegründet, der damals bereits mit dem Reiseveranstalter Gulet alljährlich eine halbe Million Österreicher auf Urlaub schickte, verkauft Kinay die Marke 2004 an die TUI AG. Die sanierungsbedürftige Klubmarke durchlief eine Konsoli­dierungsphase und schrumpfte von 25 auf 14 Ferienanlagen und ein Nilschiff. Die Qualitätsoffensive bescherte der Marke zwar modernere Anlagen, aber auch steigende Urlaubspreise und sinkende Passagierzahlen. Al ­Jaber könnte Magic Life wieder in sein Geburtsland zurück­führen und dem krisengeschüttelten TUI-Konzern eine Sorge abnehmen.

Al Jaber kauft in Frankreich
Kurz vor Abschluss befindet sich ein anderer Deal Al Jabers: In Frankreich verhandelt der Scheich gerade über den Kauf der Luxushotelgruppe Concorde, die mit 31 Hotels im 4- und 5-Sterne-Segment in 13 Ländern vertreten ist. Al Jabers Statthalter in Wien, Karim Jalloul: „In Frank­reich befinden wir uns in der Endabwicklung.“ Interessant dürften für den Saudi vor allem die Hotels sein. Zu Concorde gehören so illustre Häuser wie das Pariser Hotel de Crillon und das Martinez in Cannes.

Von Romana Kanzian

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