Sammelklage gegen Erste Group

Dem Chef der Erste Bank Group, And­reas Treichl, bleibt nichts erspart. In Österreich gilt Treichl als unantastbar. Im Ausland wird er allerdings nicht mit Samthandschuhen angefasst.

Die europäische Aktionärsvereinigung Deminor bietet ihm die Stirn. Sie strebt bezüglich umstrittener Derivatgeschäfte (Credit Default Swaps; CDS) und einer damit zusammenhängenden Gewinnwarnung eine – „Col­lective Action“ genannte – Sammelklage gegen die Erste Group an. Und lädt Aktionäre ein, mitzumachen.

Brisant: Nicht nur in Österreich wird mit der ­Justizkeule gedroht. Weil Erste-Group-Zertifikate („American Depositable Receipts“) in New York gehandelt werden, will Deminor auch dort vor ­Gericht ziehen – und dort sind die Klagssummen bekanntlich deutlich höher als in Europa.

CDS-Bilanzregeln verletzt

Für die Deminor-Anwälte hat die Erste Bank ­internationale CDS-Bilanzierungsregeln verletzt. Der Streit dreht sich um die komplexe Frage, ob die CDS-Geschäfte richtig bilanziert worden waren und ob Investoren über kursrelevante Informationen getäuscht wurden. Immerhin musste die Erste eine kurzfristige Gewinnwarnung herausgeben, obwohl die mit den CDS verbundenen Probleme schon lange bekannt waren. Die ­Staatsanwaltschaft Wien leitete deswegen Mitte Oktober sogar Ermitt­lungen gegen den Erste-General ein, um sie aber zwei Wochen später in Rekordzeit einzustellen. Das ist beachtlich. Andere Banker, von Sonja Kohn (Bank Medici) über Julius Meinl bis Reinhard Platzer (Kommunalkredit), müssen bereits jahrelange Strafverfahren über sich ergehen lassen. Eine Verfahrenseinstellung ohne Sachverständigengutachten kam bei Kohn & Co nie infrage. Die Erste Bank hat immer betont, stets gesetzeskonform gehandelt zu haben, und sieht auch jetzt der Sammelklage angeblich gelassen entgegen.

Florian Horcicka, Ashwien Sankholkar

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