Ronny Pecik: "Ich war auch bei China Mobile"

FORMAT: Herr Pecik, die Aufregung über Ihre Pläne für die Telekom ist groß. Viele wollen sie loswerden. Auch ÖIAG-Chef Beyrer und Telekom-Chef Ametsreiter suchen nach einem Abnehmer für Ihr Paket. Am liebsten wäre ihnen Telenor als neuer Großaktionär - und Ihnen?

Pecik: Erfreulicherweise ist es aber mein Aktienpaket. Ich bin es, der entscheidet, an wen ich verkaufe - so ich überhaupt verkaufe. Derzeit habe ich das gar nicht vor. Telenor ist ein seriöses und in Europa gut vernetztes Unternehmen. Ich habe prinzipiell nichts gegen ein Angebot aus Norwegen, aber nicht um jeden Preis. Wir haben hart gekämpft und unermüdlich gearbeitet, um Anteile an der Telekom zu erwerben. Warum sollten wir wieder schnell verkaufen und dabei womöglich schlecht aussteigen?

Genau das ist der Punkt. Aus Telekom-Kreisen ist zu hören, die Norweger hätten Ihnen zu wenig geboten. Daher würden Sie jetzt mit China Mobile verhandeln. Stimmt das? Sie waren ja erst vor kurzem bei Terminen dort …

Ich bin ein offener Mensch und mache aus meinen Business-Reisen kein Geheimnis. Ja, ich war vor wenigen Wochen bei China Mobile und habe dort mit hochrangigen Managern gesprochen.

Worüber? Die Chinesen können Ihr Paket wegen des österreichischen Außenwirtschaftsgesetzes ohnehin nicht kaufen …

Aber wer sagt denn, dass ich den Chinesen die Telekom Austria überhaupt angeboten habe? Zu diesen Gerüchten sage ich gar nichts.

Warum also der Business-Trip nach China?

Ich habe mich von den Chinesen beraten lassen. Chinesische Telekommunikationsunternehmen sind der Telekom Austria leider in vieler Hinsicht voraus. Die leisten dort hervorragende Arbeit, und als zweitgrößter Aktionär der Telekom ist es meine Aufgabe, mir ein Bild darüber zu machen, wie die weltweit größten Telekommunikationsanbieter langfristig erfolgreich arbeiten.

Es heißt, Sie wollen den Vorstand umkrempeln. CEO Ametsreiter und Finanzchef Hans Tschuden sollen auf Ihrer Abschussliste stehen. Als Kandidat für den Finanzposten gilt Siegfried Mayrhofer, Konzernstratege Georg Donaubauer könnte COO werden. Stimmt das?

Ich habe mir darüber noch keine konkreten Gedanken gemacht. Fix ist gar nichts. Einige Lager innerhalb der Telekom wollen offenbar ihre Leute gut positionieren, aber davon lasse ich mich nicht beirren. Ich habe einzig Interesse daran, dass nur die besten und nur politisch unabhängige Führungskräfte im Vorstand sowie im Aufsichtsrat sitzen und ausschließlich im Sinn des Unternehmens handeln.

Was ist nun mit Georg Donaubauer?

Ich kenne Herrn Donaubauer und halte ihn für einen sehr kompetenten Manager der Telekom. Mehr gibt es aber noch nicht zu sagen.

Und Mayrhofer? Telekom-Betriebsrat Hotz spricht in großen Tönen von ihm.

Ich kenne ihn leider noch nicht, aber jeder kompetente, fleißige Manager ist willkommen.

Bei der HV am 23. Mai sollen die Fetzen fliegen. Wie heftig wird es wirklich?

Genug Gründe dafür gäbe es ja. Siebzig Prozent der Telekom-Aktien sind im Streubesitz, und die Aktionäre haben ein Recht, ihre Meinung frei zu äußern.

Neben der Telekom haben Sie laut unseren Informationen auch eine Auge auf die AMAG geworfen. Warum gerade jetzt?

Die AMAG ist ein profitables Unternehmen. Es nicht schwer, mehrere Interessenten dafür zu finden. Ich schaue mich aber auch noch nach anderen interessanten Beteiligungen um - und die AMAG ist eben eine davon.

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