Red Bull - The Next Generation

Bei der Neuordnung des Red-Bull-Imperiums gerät nun Mark, der Sohn des Dosen-Königs Dietrich Mateschitz, in den Fokus. Der bald 20-Jährige schnuppert schon Firmenluft.

Groß war die Aufregung bei Red Bull, als sich Chalerm Yoovidhya, Spross der thailändischen Eigentümerfamilie, die 51 Prozent des Dosen-Imperiums hält, jüngst zu den neuen Machtverhältnissen im Konzern äußerte. Ein FORMAT-Bericht spiegelte sich in zahlreichen österreichischen und deutschen Medien wider. Denn der bisherige Kuschelkurs zwischen Zampano Dietrich Mateschitz und seinen asiatischen Partnern könnte nach dem Tod von Clanchef Chaleo Yoovidhya vorbei sein. Die Thailänder reklamieren einen entscheidenden Anteil am Aufbau der Marke und am Unternehmenserfolg für sich. Sohn Chalerm, schon 61 Jahre alt, tritt recht resolut als Familienerbe auf.

Was jetzt das Nachfolge-Thema auch bei Mateschitz verstärkt in den Fokus rückt - und damit seinen Sohn Mark Gerhardter. Der zählt zwar erst schmale 19 Lenze, ist aber trotzdem der einzige logische Nachfolger. Und der knapp 70-jährige Mateschitz ließ auch schon zuweilen durchblicken, dass er weitermachen wolle, bis sein Sohn so weit sei.

Thronfolger oder Abenteurer?

Mark Gerhardter entstammt einer Beziehung mit Anita Gerhardter. Sie führt die Stiftung Wings for Life, die Mateschitz nahesteht. Ob Mark Gerhardter das Zeug zum Kronprinzen hat, muss sich erst zeigen. Derzeit fungiert er als Geschäftsleiter und Gesellschafter in der Dietrich Mateschitz Verwaltungs OG. Diese wiederum hält einen kleinen Anteil an der Braun & Co GmbH. In diesem Unternehmen findet sich das Wellness und Residenzhotel Auhof am Wolfgangsee.

Gerhardter dürfte nicht der typische Betriebswirtschafts-Typ sein. Er absolvierte eine vergleichsweise bodenständige Ausbildung im Werkschulheim Felbertal, wo er als Gesellenstück eine Motorradhebebühne herstellte. Mitschüler beschreiben ihn als aufgeweckt, interessiert und sportlich. Seine Begeisterung gilt den von seinem Vater zelebrierten Extremsportarten - hauptsächlich in der Luft. Allerlei waghalsige Freizeitbeschäftigungen mit Fallschirm am Rücken lassen sich auf der Facebook-Seite des sonst öffentlichkeitsscheuen Milliardärssohns betrachten. Berührend: Mark ist auch Facebook-Freund der Seite "I love Dad“.

Schnuppertour

Zum Lifestyle, den Red Bull verkörpert, passt der Filius vom Typ her gut. Businessmäßig hat sein Vater beteuert, ihm freie Wahl beim Berufswunsch zu lassen. Seit seinem Schulende in Salzburg befindet sich der Junior auf ständigen Trips rund um die Welt. So lernt er sämtliche globale Red-Bull-Niederlassungen kennen - lokale Action-Programme inklusive.

Insidern zufolge soll er auch nach und nach in strategische Entscheidungen des Konzerns eingebunden werden. Auch wenn Mateschitz einen Machtkampf vehement dementiert, so kommen aus Thailand vermehrt Signale, die auf eine stärkere Rolle der Yoovidhya-Familie hindeuten. Dass Chalerm Yoovidhya meist in London residiert und damit der Red-Bull-Zentrale in Fuschl näher ist, schürt weitere Unruhe. Chalerm gilt als Vertriebsprofi im Getränkebereich und wird sich kaum auf eine Beobachterrolle zurückziehen.

Dietrich Mateschitz muss dem Sohn jetzt seine eigenen Flügel verleihen.

- Florian Horcicka

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