Red Bull Ring: Schwarzarbeit-Alarm im steirischen Murtal

Red Bull Ring: Schwarzarbeit-Alarm im steirischen Murtal

Die Finanz hat ein besonderes Auge auf die Region um Spielberg geworfen. Dort soll nach Geldgeschenken von Dietrich Mateschitz plötzlich Schwarzarbeit wuchern.

Michael Gassner, Regionalleiter der Wirtschaftskammer Österreich für das obersteirische Murtal, ist beinahe euphorisch: Einen ungeheuren Impuls habe die „Aktion Frühjahrsputz“ des Milliardärs Dietrich Mateschitz der Region gebracht, die Handwerker der Gegend seien gar nicht mehr in der Lage gewesen, den plötzlichen Auftragsboom abzuarbeiten.

Hintergrund: Mateschitz hat in den Monaten vor dem Formel 1 Grand Prix am Red Bull Ring in Spielberg nichts unversucht gelassen, der bis dahin ein gutes Jahrzehnt lang darbenden Region mehr Glanz zu verleihen. Mit dem Frühjahrsputz, einem von fünf Verschönerungsprojekten, wollte er die Hausbesitzer der Gegend dazu bringen, längst fällige ­Renovierungsarbeiten endlich durch­zuführen – etwa Zäune zu streichen, Sträucher zu pflanzen, Mauern neu zu verputzen. Der Deal: Mateschitz zahlt das Material, die solcherart geförderten Anrainer erledigen den Job – in Eigen­regie oder über Handwerker. 5.000 Förderanträge wurden gestellt, zehn Millionen machte Big Spender Mateschitz in der Folge locker.

Unerwartete Folgen. Mit ungeahnten ­Auswirkungen. Einerseits konnten die ­Gewerbebetriebe das Auftragsvolumen innerhalb der von Mateschitz vorgegebenen Zeit gar nicht bewältigen, andererseits dürften einige Hausbesitzer das Wort „Eigenregie“ falsch verstanden ­haben. Das Finanzamt hat jedenfalls nun ein Auge auf diverse Verschönerungsprojekte geworfen und prüft groß angelegt, was denn so alles im Pfusch erledigt wurde. Dem Vernehmen nach wurde ­dafür sogar eine Art Task Force ins Leben gerufen. Offiziell herrscht dazu Schweigen. Hans Setznagel, lokaler Pfuscher-Jäger der Wirtschaftskammer, will von keinen Anzeigen wissen. Auch das Finanzamt Judenburg gibt keine Auskunft. Hinter vorgehaltener Hand hört man aber: Zahlreiche Prüfer sind schon unterwegs.

Eine Nebenfront: In lokalen Baumärkten erzählen Mitarbeiter amüsiert von Großeinkäufen auf Mateschitz-Kosten, von denen später ein Teil gegen Pro­dukte umgetauscht wurde, die mit der Verschönerung wenig zu tun haben.

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