Red Bull auf Nazi-Goldsuche im Toplitzsee

Red Bull auf Nazi-Goldsuche im Toplitzsee

Wissenschaftler wollen per U-Boot den NS-Geheimnissen auf den Grund gehen.

Der Toplitzsee im Salzkammergut zieht seit Ende des Zweiten Weltkriegs Legionen von Abenteurern, Hobbytauchern und Anhängern kruder NS-Nostalgie an. Ihr Ziel: die Hebung der angeblich im dunklen See versenkten Nazi-Schätze.

Die Spekulationen reichen von Raubgold über brisante NSDAP-Akten bis hin zu Teilen des Bernsteinzimmers. Gefunden wurden bisher allerdings bloß gefälschte Pfundnoten, alte Sprengminen und eine von Scherzbolden versenkte Kiste mit Kronkorken.

Doch die Eigentümerin des Sees, die Österreichischen Bundesforste, will die Spekulationen jetzt endgültig beenden und einen allerletzten offiziellen Tauchgang bis auf 103 Meter Tiefe genehmigen. Dann soll für die sensible Umwelt des Gewässers endlich Ruhe einkehren.

Goldgräber

Nachdem die Bundesforste mit ihrem letzten Tauchpartner Global Explorations wenig Fortüne hatten, kommen jetzt Männer zum Zug, die Erfahrung mit Extremen haben: Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz und der frühere ORF-"Universum“-Gestalter und nunmehrige Terra-Mater-Chef Walter Köhler.

Terra Mater gehört zur Mediensparte von Red Bull und ist auf aufwendige Dokumentationsfilme spezialisiert. Bis zuletzt hat sich auch der ORF um eine Taucherlaubnis im Toplitzsee bemüht, diese Option allerdings am Ende doch nicht gezogen.

Eine Bundesforste-Sprecherin bestätigt die Verhandlungen. Terra Mater selbst hält sich noch bedeckt - das Toplitzsee-Projekt genießt dort jedoch höchste Priorität.

Noch im Juni soll auch endgültig entschieden werden, wer den Tauchgang wissenschaftlich begleiten wird. Im Gespräch sind die National Geographic Society und die Universität Wien. Eine der englischen BBC nahestehende Forschungseinrichtung hat dem Vernehmen nach bereits abgewunken.

U-Boot-Expedition

Für die Bundesforste soll die U-Boot-Expedition zum Seegrund ein lukratives Geschäft werden. Pro Jahr muss Terra Mater mindestens 50.000 Euro zahlen - das Projekt ist auf zwei bis drei Jahre angelegt. Denn die Vorbereitungen sind höchst aufwendig. Zunächst muss ein taugliches Unterseeboot organisiert werden. Dann erfolgt die Ausrüstung mit Instrumenten zur biologischen Erforschung der heiklen Unterwasser-Flora und -Fauna. Zentral ist auch das Equipment zur filmischen Begleitung der Expedition.

Neben der jährlichen Lizenzgebühr würden die Bundesforste auch an der Hebung möglicher Pretiosen partizipieren. Denn dem Grundeigentümer stehen 50 Prozent des Schatzwerts zu. Zuletzt heizte der frühere "stern“-Reporter Wolfgang Löhde die Spekulationen über lohnende Nazi-Vermögenswerte im Toplitzsee an: "Ich nehme an, dass Wertvolles, Gold, Geld oder etwas anderes, dort versenkt wurde.“ Löhde war bereits 1958 mehrere Wochen am und im See, bis er genötigt wurde, seine Recherchen aufzugeben.

Dietrich Mateschitz hingegen hat sowohl Geld als auch Ehrgeiz, das Geheimnis zu lüften. Auch der hohe Blutzoll von mindestens vier umgekommenen Tauchern dürfte ihn nicht abschrecken. Zusätzlich genießt sein Team Wertschätzung im Salzkammergut, was nicht für alle bisherigen Forscher gilt. So wird von Sabotageakten und Störmanövern berichtet, die etwa das US-Unternehmen Oceaneering am Bergsee zermürbten.

Um den kommerziellen Erfolg der Expedition muss sich Terra Mater nicht sorgen - schon der Film "Der Schatz voim Toplitzsee“ mit Gert Fröbe aus den 50er-Jahren sowie James Bonds "Goldfinger“ mit Bezug auf den See spielten Millionen ein.

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