Product Placement in "Quantum of Solace": James Bond und seine Marketing-Mission

James Bond ist Weltenretter und Werbeträger internationaler Konzerne. Sogar ein österreichisches Unternehmen ist in "Quantum of Solace" präsent.

Noch bevor es James Bond auf die Kinoleinwand schaffte, war klar, welche Uhrenmarke der britische Geheimagent tragen würde: Bereits in den Romanen hatte ihm Erfolgsautor Ian Fleming eine Rolex auf das Handgelenk geschrieben. Ihr blieb Bond auch bis 1977 treu, ehe die Fabrikate wechselten wie die Frauen an seiner Seite. Den charmanten, stets siegreichen Agenten will aber nicht nur die Uhrenindustrie für sich nutzen. Und so rührt James Bond – längst selbst zum Markenartikel geworden – bereits seit Beginn der Filmreihe die Werbetrommel für die jeweils meistbietende Klientel.

Sexy Werbevehikel
Für das 22. James-Bond-Abenteuer „Ein Quantum Trost“, das am 7. November in den heimischen Kinos anläuft, standen die Markenartikelhersteller bei der Produktionsfirma EON für die Lizenz zum Werben Schlange. Ford, Swatch Group (Omega), Diageo (Smirnoff-Wodka), Sony Ericsson, Heineken: Sie alle wollen von der „Sexiness des Bond-Mythos“ profitieren, wie Martin Bachmann, Chef des Verleihers Sony Pictures, meint. Das letzte Bond-Abenteuer „Casino Royale“ wurde mit einem Einspielergebnis von 600 Millionen Dollar zum erfolgreichsten Bond-Streifen aller Zeiten, und Hauptdarsteller Daniel Craig erreicht eine breite Zielgruppe vom Teenager bis zur Hausfrau. Das macht den Film als Werbevehikel zusätzlich attraktiv.

License to sell
So zahlte der US-Autohersteller Ford einen Millionenbetrag, damit Bond diesmal nicht nur im Aston Martin DBS, sondern auch im weniger schnittigen Ford Ka unterwegs ist. Und dass James Bond im Designeranzug von Tom Ford gute Figur macht, ist ebensowenig Zufall wie der Smirnoff-Wodka im Martini und das Sony-Ericsson- Handy in der Brusttasche. Aber seit Kritiker den Bond-Streifen „Die Another Day“ (2002) aufgrund unglaubwürdig platzierter Produkte in „Buy Another Day“ umtauften, sind die Produzenten vorsichtiger geworden. Im letzten Bond-Abenteuer „Casino Royale“ haben die Einnahmen aus Product-Placement und Werberechten dennoch kolportierte 45 Millionen Euro betragen – die Marken wurden darin aber dezenter präsentiert.

Geteilte Werbekosten
Dass Unternehmen für die Platzierung ihrer Produkte bezahlen, „ist aber nicht die häufigste Form von Product-Placement“, sagt Agenturchef Gernot Friedhuber, der etwa Red Bull im Blockbuster „Ocean’s Eleven“ unterbrachte und den Terminator nach Manner-Schnitten greifen ließ. Vorrangig würden die Filmproduktionsfirmen versuchen, mittels Product- Placements zwei Kostenfaktoren abzudecken: „Sie beschaffen sich Requisiten wie etwa den Fuhrpark oder mindern ihre Werbekosten, indem sie die Unternehmen verpflichten, den Film mit zu vermarkten“, so Friedhuber.

Bond-Profite für Aston Martin
Das wohl bekannteste Bond-Requisit ist sein Dienstwagen. Das erste Mal fuhr Sean Connery 1964 in „Goldfinger“ einen Aston Martin, und nach längerer Leinwandabwesenheit sind die britischen Luxuskarossen seit 2002 wieder mit dabei. Die Produktionsfirma habe von den Autobauern zwar kein Geld bekommen, „aber wir wollten eben Aston Martin“, so Bond-Produzent Michael G. Wilson. Und der Imagetransfer dürfte funktionieren. Das lange defizitär arbeitende Unternehmen konnte innerhalb von sechs Jahren die Zahl der jährlich abgesetzten Autos auf über 6.000 Stück beinahe verzehnfachen.

Bene stattet M's Büro aus
Ein österreichisches Unternehmen schaffte es ohne finanzielle Aufwendungen in den neuen Bond. Der Büromöbelhersteller Bene stattete das Office von MI6-Boss „M“ aus. Ein Herr von der Produktionsfirma sei in den Londoner Schauraum gekommen und habe sein Interesse bekundet, „wir haben ihnen die Möbel geliehen. Für uns ist das großartig, denn Bond gilt als der Inbegriff von Lifestyle“, freut sich Vorstandsmitglied Thomas Bene.

Werbefeldzug durch 55 Länder
Nicht ganz so einfach beziehungsweise billig war der Bond-Auftritt für Marken wie Heineken oder Smirnoff. „Heute werben alle Sponsoren mit Anzeigen und TV-Spots für den Film. Sie bekommen dafür von uns die Rechte an einzelnen Szenen, die sie in einer bestimmten Zeit vor dem Filmstart verwenden müssen“, so Bond- Produzent Wilson. Smirnoff wirbt bereits seit Ende September mit der Kampagne „Clearly Smirnoff“, der Heineken-Werbefeldzug mit Bond-Girl Olga Kurylenko wurde in bereits 55 Ländern lanciert.

Von Hubert Kickinger

Industrie 4.0 und das flexiblere Arbeiten: Die Vorzüge der Automatisierung kommen mit verbesserter Kommunikation zwischen Maschinen noch besser zum Einsatz.
 

Business

Wegbereiter einer neuen Industrie

Boom oder Crash? Unternehmen brechen durch die Kämpfe in der Ukraine und im Nahen Osten Exportmärkte weg. In Österreich macht sich die Sorge vor einer neuen Krise breit.
 

Business

Comeback der Krise?

Innovationskraft: Forschung und Entwicklung sind die Grundlage des Erfolgs der heimischen Industriebetriebe.
 

Business

Innovation - der wichtigste Rohstoff