Personalchef der Industriellenvereinigung Christian Domany im FORMAT-Interview

Christian Domany hatte wenig Mühe, sein Programm bei den damaligen Industrie-Bossen durchzubringen.

FORMAT: Zwei Mitglieder Ihres Traineeprogramms sitzen in der Bundesregierung, ein künftiger Landeshauptmann ist dabei, der ÖAAB-Generalsekretär, mehrere CEOs. Wie geht es Ihnen als Erfinder, wenn Sie die Zeitung aufschlagen und über Ihre ehemaligen Schützlinge lesen?

Domany: Das ist erfreulich. Es ist gelungen, eine Gruppe junger Menschen zusammenzustellen, die – mit verschiedener Ausbildung, unterschiedlicher Persönlichkeitsstruktur, aus unterschiedlichen sozialen Schichten, Männer und Frauen bunt gemischt – eine heterogene Nachwuchsriege gebildet haben. Wir haben es geschafft, für Industrie und Politik interessante Menschen zu gewinnen.

FORMAT: Das Programm besaß damals eine klar politische Note, heute nicht mehr. Wer liegt mit seiner Auslegung richtig: Sie oder Ihre Nachfolger?

Domany: So politisch war das Programm nicht, zumindest nicht parteipolitisch. Wir hatten die Tochter einer aktiven und hochgestellten SPÖ-Politikerin im Programm und haben auch die Grünen immer wieder zur Teilnahme eingeladen. Sie haben davon nur leider keinen Gebrauch gemacht. Für Parteien oder deren Mandatare waren nur ganz wenige Trainees zur Verfügung gestellt. Wir wollten weg von der direkten Parteienfinanzierung und in junge Menschen investieren, sie an die IV binden. Das waren Talente für die Industrie, auch im Sinne des Funktionärsnachwuchses.

FORMAT: War’s schwer, die damals noch sehr konservative Industriellenvereinigung von so einem Programm zu überzeugen?

Domany: Generalsekretär Krejci und ich hatten ein enges Vertrauensverhältnis, er hat sofort Ja gesagt, als ich ihm den Vorschlag unterbreitete. Und der damals neue IV-Präsident Heinz Kessler hat das Potenzial ebenfalls erkannt.

FORMAT: Was kostete die Initiative eigentlich?

Domany: Rund zehn Millionen Schilling pro Jahr bei 30 Trainees, also etwa 18.000 Schilling Monatsgehalt. Bei Trainees im politischen Programm wurde selbstverständlich die Abgabe für Zuwendungen penibel abgeführt.

Interview: Klaus Puchleitner

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