Offshore-Leaks: Daten-Mineure auf Dauerschicht

Wie eine Gruppe von Informatikern und Forensikern den bislang größten Datensatz des investigativen Journalismus aufbereitete.

Offshore-Leaks: Daten-Mineure auf Dauerschicht

Das spannendste Projekt seiner Karriere begann für Sebastian Mondial mit einem Anruf. "Bist du in den nächsten Tagen zufällig in der Nähe von Washington,“ wollte Gerard Ryle, Leiter des Netzwerks investigativer Journalisten (ICIJ) wissen. Mondial war in der Gegend. Im ICIJ-Büro legte Ryle die mittlerweile berühmte Festplatte auf den Tisch. "Wir möchten, dass du dir das ansiehst.“ Das war Anfang März 2012. Mondial war erst einmal "platt“ und machte sich mit einer verschlüsselten Kopie auf den Weg. "Ich habe damals nicht einmal genau gewusst, wie Offshore funktioniert“. Zwei Wochen später traf sich eine Gruppe von Journalisten erneut in Washington, um Ideen über die völlig neue Art von Zusammenarbeit auszutauschen. Bevor es an die Feinanalyse ging, skizzierten die Beteiligten eine Roadmap und die Regeln. In die Fallen, in die die Wikileaks-Teams von Julian Assange gestolpert waren, wollte man nicht tappen. "Es war ein Gegenentwurf zu Wikileaks“, sagt Mondial, der noch immer erstaunt ist, dass wirklich alles bis zur Veröffentlichung am 4. April 2013 geheim blieb. Sicherheit hatte höchste Priorität, war praktisch aber nicht so einfach umzusetzen.

E-Mail-Verschlüsselungs-Techniken wie PGP eigneten sich nicht für die Kommunikation im größeren Verbund. "Wir errichteten später eine Art verstecktes Forum“. Es musste abgeklärt werden, in welchen Ländern welche Sicherheitsbedürfnisse berücksichtigt werden mussten. So konnte eine simple Google-Suche bei Firmen Argwohn wecken, wenn sie über die Logdateien gesehen hätten, nach welchen Begriffen gesucht wird.

Monatelang tüftelte ein Technik-Team an der Aufbereitung der unstrukturierten Daten. "2,5 Millionen Datensätze aus unterschiedlichen Formaten und technischen Zeitaltern kann man nicht einfach so durchsuchen,“ sagt er. Aus dem chaotischen Datenberg wurden erst einmal Duplikate herausgefischt. "Bis zu 40 Prozent der Dateien waren ähnlich oder doppelt vorhanden“.

Virtuelle Zeitreise

Ab Juni 2012 gab es auch einen IT-Projektleiter: Aufdecker-Legende Duncan Campbell, ein besonnener 60-jähriger Brite. Mondial löste dann Spezialprobleme, wie das Aufschnüren eines E-Mail-Archivs mit 30.000 E-Mails, das nicht mehr lesbar war. Mondial stellte dafür bei Campbell in England die PC-Umgebung aus den 1990er Jahren virtuell nach.

Für das Herstellen inhaltlicher Bezüge gibt es mächtige Software-Tools. Deren Lizenzen konnte sich das spendenfinanzierte ICIJ aber nicht leisten. Mit der australischen Software "NUIX“ (einer Spende) konnten die Spezialisten die Verbindungen zwischen den Offshore-Firmen visualisieren. Bevor die Recherche-Teams in die Feinarbeit gehen konnten, wurden sie geschult. "Wir haben das komplett durchgespielt. Wie legt man eine Offshore Firma an. Welche Formulare brauche ich. Nur so konnten wir das inhaltlich richtig verstehen und zuordnen.“

Für die Recherche-Teams wurde im Dezember 2012 noch eine eigene Suchmaschine "Interdata“ programmiert, die mittlerweile gelöscht ist. 28.000 Abfragen und 53.000 Downloads würden damit gemacht. Viel Stoff für Offshore-Geschichten.

Industrie 4.0 und das flexiblere Arbeiten: Die Vorzüge der Automatisierung kommen mit verbesserter Kommunikation zwischen Maschinen noch besser zum Einsatz.
 

Wegbereiter einer neuen Industrie

Mit dem Schlagwort Industrie 4.0 werden revolutionäre Änderungen der …

Boom oder Crash? Unternehmen brechen durch die Kämpfe in der Ukraine und im Nahen Osten Exportmärkte weg. In Österreich macht sich die Sorge vor einer neuen Krise breit.
 

Comeback der Krise?

Auffällig viele Topunternehmen schreiben Verluste, eine Besserung der …

Innovationskraft: Forschung und Entwicklung sind die Grundlage des Erfolgs der heimischen Industriebetriebe.
 

Innovation - der wichtigste Rohstoff

Im Wettkampf der Regionen muss Österreich noch stärker auf …

50 Millionen Euro Umsatz macht die von Ronnie Seunig gegründete Excalibur City pro Jahr und schafft 500 Jobs. Roger Seunig tritt in die Fußstapfen seines Vaters und setzt dessen pittoreske Visionen fort.
 

Roger Seunig - der Ritter von Kleinhaugsdorf

Roger Seunig übernimmt von seinem Vater das Billig-Paradies Excalibur …