ÖFB: Werbewert des Nationalteams überraschend hoch

ÖFB: Werbewert des Nationalteams überraschend hoch

Die Aufgabenteilung im Österreichischen Fußballbund (ÖFB) ist klar: Teamkicker wie David Alaba oder Marko Arnautovic sind fürs Toreschießen verantwortlich, Generaldirektor Alfred "Gigi“ Ludwig für Finanzen und Sponsoring.

Während Ersteres mit den Unwägbarkeiten des Spiels mit dem runden Leder zu tun hat, vertraut Ludwig auf professionelle Planung. Mit beachtlichem Erfolg: Der Werbewert des Nationalteams lag im Vorjahr bei 60,9 Millionen Euro. Allein das WM-Qualifikations-Match gegen Deutschland steuerte über 11 Millionen dazu bei. Die Nationalelf ist ein ernst zu nehmender Wirtschaftsfaktor geworden. Weiteres Indiz dafür: Das Sponsorbudget des ÖFB beträgt 3,2 Millionen Euro. Ludwig bringt es auf den Punkt: "Wenn ein Spieler ein Tor schießt, ist es so, wie wenn ich einen neuen Vertrag hole.“

Rollt der Ball, rollt der Rubel

Trotz unsicherer Chancen für die Teilnahme an der WM-Endrunde 2014 in Brasilien zieht der ÖFB neue Sponsoren an Land. Nach der Hofer-Kaffeemarke Martello rückt in den nächsten Tagen auch die Recycling-Plattform ARA in den Pool der Geldgeber des ÖFB auf. Mit Raiffeisen, McDonald’s, Hyundai, Generali oder Coca-Cola hat man ohnehin bereits potente Förderer im Boot, die allerdings ernsthafte Gegenleistungen fordern: Einschaltquoten, attraktives Auftreten der Mannschaft und positive Stimmung im Stadion.

Ludwig über den Vorteil des Nationalteams: "Wir haben nur sieben bis neun Auftritte pro Jahr - diese Spiele stechen aber aus dem Alltag heraus.“ Er fordert aber auch Verbesserungen, um noch mehr Geld lukrieren zu können: "Im 21. Jahrhundert sollte zumindest bei Freundschaftsspielen auch Werbung am Teamdress erlaubt sein.“ Denn derzeit dominieren die Einnahmen aus der Bandenwerbung und dem Interviewcorner, die gemeinsam drei Viertel des Werbewerts ausmachen. Einzig der Ausrüster, beim ÖFB ist das Puma, darf mit einem Aufnäher am Leiberl einen Beitrag zu den Einnahmen leisten.

Dass die Sponsoren bei der Marke Nationalteam mitziehen, wird auch durch eine ausgeklügelte Vertragsklausel dokumentiert. Ludwig: "Hat das Team Erfolg, verlängern sich einige Verträge automatisch. Damit haben wir Kontinuität, und der Sponsor profitiert vom Erfolg des Nationalteams.“

Profit-Gesellschaft

Um die Einnahmengestaltung von der ÖFB-Vereinsebene abzuheben, vertraut man auf kommerzielle Gesellschaften, an denen der ÖFB beteiligt ist. So ist die AFM Austrian Football Marketing GmbH für die Vermarktung von Spielen und für Eventorganisation zuständig. Gemeinsam mit dem internationalen Unternehmensdienstleister Hogg Robinson Group stellt man gerade ein eigenes Reisebüro auf. Und Ludwig denkt über eine Gesellschaft für Merchandising nach, die Shops und Anlaufstellen für Fußballinteressierte aufbauen soll. Wermutstropfen: Die neuen Compliance-Richtlinien vieler Unternehmen und des öffentlichen Sektors haben zu einem Einbruch beim Einzelverkauf von Hospitality-Tickets geführt.

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