ÖBB-Spekulationsverluste über 300 Mio Euro:
Rückstellungen wurden erneut angehoben

Die Rückstellungen für die Spekulationsverluste der ÖBB belaufen sich mittlerweile auf weit über 300 Millionen Euro. Entstanden ist der Verlust durch spekulative Veranlagungsprodukte, die von der Deutschen Bank gekauft worden waren. Nun soll ab 22. Oktober am Wiener Handelsgericht festgestellt werden, ob die Bank die ÖBB ausreichend informiert hat.

Schneller, als der neue Superzug RailJet auf Schiene gestellt werden kann, zerrinnt bei den ÖBB das Geld. Begonnen hat es mit der FORMAT-Aufdeckung im Dezember 2007, als von rund 80 Millionen Euro Rückstellungen die Rede war. Im Jänner 2008 hieß es bereits, die ÖBB rechnen mit 150 Millionen Euro Buchverlust durch spekulative Veranlagungsprodukte, die von der Deutschen Bank gekauft worden waren. Rückgestellt haben die ÖBB dann in der Bilanz für 2007 exakt 234 Mil­lionen. Und mittlerweile, so wurde FORMAT aus Aufsichtsratskreisen bestätigt, liegen die Verluste – aufgrund der sich ausweitenden Finanzkrise – bereits weit über 300 Millionen Euro.

Minus von bis zu 613 Mio
Die ÖBB versuchen nun, mithilfe des Gerichts das immer tiefer klaffende Finanzloch in den Griff zu bekommen. Im schlimmsten Fall droht ein Minus von 612,9 Millionen Euro. Am 22. Oktober heißt es deshalb im Handelsgericht Wien: die Bahn gegen die Deutsche Bank. Vorläufig ist es nur eine Feststellungsklage. Die Richter sollen herausfinden, ob die Bank die ÖBB ausreichend informiert hat.

Gespräch geplatzt
Doch weil es um so viel Geld geht, ist die Nervosität im Vorfeld riesengroß: Ein von der Deutschen Bank geplantes Hintergrundgespräch, in dem den Journalisten die Argumente des Instituts nähergebracht werden sollten, wurde diese Woche kurzerhand ab­gesagt. Grund dafür war ein Schreiben von ÖBB-Anwalt Ewald Weninger an den Anwalt der gegnerischen Partei, welches FORMAT vorliegt. Darin verweist der Jurist eindringlich auf die Einhaltung des Bankgeheimnisses. Das war den Deutschen wohl doch zu heiß.

Von Angelika Kramer und Miriam Koch

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