ÖBB stellen Güterverkehr neu auf

Die neue Strategie der Österreichischen Bundesbahnen, die diese Woche vom Aufsichtsrat genehmigt wurde, bedeutet vor allem für den schwer gebeutelten Güterverkehr eine Trendwende.

In Südosteuropa versucht man Partnerschaften einzugehen, auch Beteiligungen anderer Unternehmen sind vorstellbar. Die derzeit noch relativ unabhängig voneinander agierenden Gesellschaften in Europa sollen künftig nur noch von Österreich und Ungarn aus gesteuert werden, Speditionen werden verkauft, aus Märkten wie Spanien und Skandinavien werden sich die ÖBB zurückziehen.

Der Tenor ist klar: Fokussierung auf das Kerngeschäft. Ziel ist, dass zumindest die Kapitalkosten verdient werden. Dies gilt auch für den Personenverkehr, hier sollen keine Abenteuer im Ausland unternommen werden.

Um den Finanzierungsbedarf zu decken, wird das Immobilienportfolio durchforstet werden. Auch andere Beteiligungen könnten verkauft werden, um rund 500 Millionen Euro zu lukrieren. Dieses Geld soll einerseits in Restrukturierungsprogramme fließen, andererseits soll die Eigenkapitaldecke der Bahn gestärkt werden. Denn die Eigenkapitalschwäche und die dadurch fehlenden Kapitalreserven werden in der Strategie als Gefahr für den Turnaround bezeichnet.

Ersatzinvestitionen würden nicht aus dem Cashflow finanzierbar sein, heißt es. Im Güterverkehr gebe es keinen Spielraum für die Aufnahme von zusätzlichem Fremdkapital für Investitionen im Absatz. Derzeit kommt der ÖBB-Konzern auf eine Eigenkapitalquote von sechs Prozent, der Güterverkehr liegt bei einer alles andere als krisenresistenten Quote von minus zwei Prozent. Zum Vergleich: Die Schweizerischen Bundesbahnen haben eine Quote von 30 Prozent. Ziel der Strategie FIT 2015 ist es, die ÖBB zu einem Top-Player im europäischen Bahnmarkt auszubauen. Dazu sei es notwendig, Service und Kundenorientierung zu verbessern, die Produktivität zu erhöhen und die Mitarbeiter besser zu qualifizieren.

– MK

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