Niedermeyer-Schadenersatzklage: Ex-Immo-
finanz-Chef Petrikovics schießt zurück

Karl Petrikovics geht in die Offensive und greift seinerseits Kläger Christian Niedermeyer und Exkollege Christian Thornton an.

Am 30. Juni 2008 hat sich Christian Niedermeyer unter dem Namen „vierspringer“ im Internetforum des „Börse-Express“ noch vehement für die Immoeast in die Schlacht geworfen. Damals wurde diskutiert, wie ein Wechsel des Managements von der Constantia Privatbank zur Immofinanz zu werten wäre. Dazu „vierspringer“: „Der Deal ist positiv, das kann man drehen und wenden, wie man will.“ Niedermeyer teilte dem Forum sogar mit, dass er sein Aktienpaket „noch am Tag der Bekanntgabe des Managementvertrags-Deals um 5,75 Euro kräftig aufgestockt“ hat.

Niedermeyers Schadenersatzklage
Wie man jetzt weiß, sieht Niedermeyer die Sache heute anders, weshalb er vor einigen Wochen über seine Privatstiftung eine Schadenersatzklage gegen Immoeast, Constantia Privatbank und deren Exchef Karl Petrikovics persönlich eingebracht hat (siehe Artikel ). Vier Millionen Euro fordert Niedermeyer zurück. Petrikovics und seinem Anwalt Ernst Brandl kommen die Aussagen Niedermeyers im ­Internet äußerst willkommen. Ihre Klagebeantwortung liegt FORMAT jetzt exklusiv vor.

Petrikovics' Gegenangriff
Der ehemalige Immofinanz-Chef Petrikovics verfährt mit seinem früheren Aktionär in dem Schreiben nicht gerade zimperlich: „Gerade die Klägerin kennt die Gefahr von allgemeinen Kursrisiken, setzt sich ihr Vorstand doch aus den im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Wirtschaftsanwälten Dr. Klaus Hoffmann und Dr. Andreas Bauer sowie dem Geschäftsführer der Quester Baustoffhandel GmbH, Mag. Stefan Marolt, zusammen.“ Niedermeyer hätte sich nicht beraten lassen, wie von einem sorgfältigen Anleger zu erwarten gewesen wäre. Damit habe er grob fahrlässig gehandelt und mache sich im Sinne des § 1304 ABGB mitschuldig an dem Schaden, heißt es in der Klagsbeantwortung.

Vorwurf: Erwerbspreis eingeklagt
Doch damit nicht genug: In der Klagsbeantwortung der Constantia Privatbank wird sogar behauptet, Niedermeyer habe gar nicht die von ihm behaupteten vier Millionen Euro verloren, weil er einen Teil seiner Aktien zuvor äußerst gewinnbringend verkauft habe. Zwischen August 2006 und Jänner 2007 habe Niedermeyer 1,63 Millionen Euro mit dem Verkauf von Immoeast-Aktien erzielt. Dem stünden Kursverluste von nur 900.000 Euro gegenüber. Die Constantia Privatbank vermutet, dass Niedermeyer statt seines Verlustes den Erwerbspreis der Aktien einklage. Niedermeyer kontert auf FORMAT-Anfrage: „Die Verkäufe lagen alle vor den gegenständlichen Kapitalerhöhungen 2006 und 2007. Danach habe ich keine einzige Aktie mehr verkauft.“

Thornton unter Beschuss
Auch in Verbindung mit der Klage (der Finanzmarktaufsicht) gegen ihn wegen Bilanzfälschung schießt Petrikovics jetzt zurück. Denn nur jene Person, welche die Falsch­informationen erstellt habe, sei verantwortlich. Es gebe keine „Sippenhaftung“, so der Standpunkt von Petrikovics, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt. Wer der wahre Schuldige für ihn ist, wird aus einem Schreiben an die Justiz deutlich: „Tatsächlich wurden die Kapitalmarktprospekte unter der Leitung von Mag. Chris­tian Thornton als Prokurist und Leiter des Konzernrechnungswesens und später als CFO der Immofinanz AG gemeinsam mit den involvierten Rechtsanwaltskanzleien Wolf Theiss und Freshfields Bruckhaus Deringer und der KPMG Alpentreuhand erstellt.“ Petrikovics sei schon allein deshalb nicht am Verfassen der bemängelten Kapitalmarktprospekte beteiligt gewesen, weil er im Jahr 2007 gleich 164 Tage im Ausland weilte bzw. könne ihm kein Vorsatz vorgeworfen werden.

Von Angelika Kramer

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