Nach dem Gebet die Arbeit: Viele Klöster erweisen sich als erfolgreiche Unternehmer

Die Orden entfalten vom Weinbau über Holz bis zu Tourismus erstaunliches Unternehmer-Geschick.

Stift Heiligenkreuz (im Bild) wurde zwar schon 1133 gegründet. Verstaubt oder weltfremd will sich das Stift – der Altersdurchschnitt der 81 Mönche und Priester liegt bei 45 Jahren – trotzdem nicht geben. Die Novissima, also die News aus dem Stift, werden nicht nur über die Homepage, sondern seit kurzem auch durch einen englischsprachigen Monastic Channel auf YouTube und einen Facebook-Auftritt weltweit verbreitet. Schließlich müssen die Geschäftsfelder Tourismus und Musik („Chant – Music for Paradise“) Einnahmensausfälle in der Forstwirtschaft ersetzen. „Der Holzverkauf ist während der Wirtschaftskrise nochmals stark eingebrochen“, erklärt Pater Karl Wallner.

Das Stift als Mikrokosmos
Klöster sind innerhalb der Kirche ein selbständiger wirtschaftlicher Mikrokosmos. Und bei ihren unternehmerischen Aktivitäten zeigen die Mönche großes Geschick, weswegen die meisten Klöster weniger Finanzprobleme haben als die Diözesen. Zwei Beispiele: Das steirische Stift Admont etwa ist mit 25.000 Hektar der größte kirchliche Grundbesitzer und erwirtschaftete 2009 gut 47 Millionen Euro. Und Stift Klosterneuburg beherrscht gut sieben Prozent Weltmarktanteil an der St.-Laurent-Produktion und macht jährlich 25 Millionen Euro Umsatz.

Einbrüche im Traditionssektor Holz
Allerdings litten viele Orden in den vergangenen Jahren unter den schwachen Preisen in ihrer traditionellen Sparte, Holz. In Admont etwa sank der Umsatz im vergangenen Jahr um rund vier Prozent. Und auch das oberösterreichische Stift Kremsmünster, das zuletzt durch Missbrauchsfälle in die Medien kam, hat einige ökonomisch schlechtere Jahre hinter sich. Ähnlich wie in Admont gingen auch in Kremsmünster die Einkünfte aus dem Holzgeschäft zurück, während die Kosten für die Stiftserhaltung (rund 300.000 Euro pro Jahr), für den Schulbetrieb und die Sternwarte gleich bleiben. „In Jahren mit einem Minus müssen wir eben Rücklagen auflösen“, erklärt dazu Pater Gotthard.

CO2-neutrale Weinproduktion
Außerdem wird im Kloster (Umsatz 2009: rund zehn Millionen Euro) eisern gespart: Das Gehalt der Benediktiner geht in eine Gemeinschaftskasse, und die Patres müssen mit einem kleinen Taschengeld von maximal 200 Euro über die Runden kommen. Das Stift Klosterneuburg behalf sich mit der Erhöhung des Zinses für einige seiner 4.000 Pachtverträge und arbeitet an der Weinmarke weiter. „Wir bringen einen Wein, der CO2-neutral produziert wird“, meint der wirtschaftliche Direktor des Stifts, Andreas Gahleitner. Manche Orden kämpfen auch mit einer hohen Schuldenlast, wie etwa Heiligenkreuz aufgrund der Renovierungen vor dem Papstbesuch im Jahr 2007. Aber, und daran zeigt sich das langfristige Denken: „Auf den Papst haben wir 870 Jahre gewartet, und in den nächsten 870 Jahren werden wir dieses Minus schon abbauen“, erklärt Pater Karl.

Madner Madner, Barbara Nothegger

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