"Müssen kirchlichen Zwecken zu dienen“

"Müssen kirchlichen Zwecken zu dienen“

FORMAT: Wird die Neubesetzung des Kontrollgremiums die Arbeit der Bank nun von Grund auf verändern?

Christoph Schönborn: Benedikt und Franziskus haben schon viele Schritte gesetzt. Die Bank ist bereits dabei, sich grundlegend zu verändern. Im übrigen ist der Aufsichtsrat unverändert geblieben, neu besetzt wurde die fünfköpfige Kardinalskommission, die eher der Hauptversammlung entspricht, also die Eigentümerinteressen vertritt.

Haben Sie schon Einblick, was an den vielen negativen Gerüchten rund um die Bank stimmt und was nicht?

Schönborn: Dies festzustellen ist die Aufgabe einer Untersuchungskommission mit Experten, die Papst Franziskus eingesetzt hat und die heuer einen Bericht vorlegen wird. Sie wird auch Vorschläge für den weiteren Kurs machen. Wir werden dann alle klarer sehen.

Was wird sich konkret ändern?

Schönborn: Das IOR hat die Aufgabe, kirchlichen Zwecken zu dienen, wie sein Name schon sagt: Es ist ein Institut "per le Opere di Religione“ und nicht für Kommerzkunden. Zum Beispiel ist die Bank gerade dabei, Konten von Privatpersonen oder Institutionen zu schließen, die keine Berechtigung für ein Vatikanbank-Konto haben.

Was wird die Stoßrichtung Ihrer Arbeit sein? Das IOR auf die EU-Liste der unbedenklichen Banken zu bringen?

Schönborn: Die Frage der Weißen Listen gilt natürlich dem Vatikan als Finanzplatz. Da hat sich schon viel getan, etwa mit der Einführung einer Finanzaufsichtsbehörde, der AIF, und der Modernisierung der Finanzgesetzgebung. Natürlich muss auch das IOR diesen Regeln voll und ganz entsprechen und muss punkto Transparenz und Seriosität auf höchsten Stand kommen. Ich freue mich, wenn ich als Mitglied der Kardinalskommission dazu einen Beitrag leisten kann. Weitere Spekulationen möchte ich nicht kommentieren.

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