MIP droht jetzt eine feindliche Übernahme:
Investorengruppe will Julius Meinl abhängen

MIP-Boss Hans Haider bemüht sich um neue Strukturen für die schwer unter Beschuss stehende Gesellschaft, doch die Zeit wird ihm knapp: Eine Schweizer Investorengruppe und rebellische MIP-Aktionäre wollen sich für eine feindliche Übernahme zusammentun.

Bei Meinl International Power (MIP) werden bald wieder die Funken sprühen. Seit der katastrophalen Hauptversammlung Ende Juli, gegen deren Beschlüsse eine Anfechtungsklage von Investoren läuft, ist MIP-Boss Hans Haider um neue Strukturen für die schwer unter Beschuss stehende Gesellschaft bemüht. Er will neue Großaktionäre finden, die Abnabelung von der Meinl Bank und eine Änderung des Namens. Einen möglichen Partner hatte Haider schon an der Hand. Unter Federführung eines Schweizer Investmenthauses sind private Geldgeber, die sich noch nicht öffentlich outen wollen, bereit, die Kontrolle bei der MIP zu übernehmen. Doch die Frage ist, wie viel Zeit Haider noch hat. Denn hinter den Kulissen braut sich eine neue Revolution zusammen.

Hinhaltetaktik von Meinl
Die Gespräche waren bereits vor zwei Monaten weit gediehen. Doch Julius Meinl hielt die Gruppe hin, wird berichtet. Seine Meinl Bank hat immer noch den Managementvertrag für die MIP. Sie hält zudem rund sechs Prozent der MIP-Aktien. Julius Meinl hätte einen Deal mit dem EQT-Fonds der schwedischen Familie Wallenberg präferiert, um weiter eine Rolle spielen zu können. Dieser hat sich offenbar zwar zurückgezogen, doch Hans Haider brachte seine Variante im MIP-Board nicht durch.

Übernahme notfalls feindlich
Jetzt könnte die Sache ohne ihn laufen. Denn die Schweizer Investorengruppe will die Übernahme durchziehen - notfalls auch feindlich, wie in einschlägigen Kreisen zu hören ist. In den vergangenen zwei Wochen gab es rege Kontakte zu rebellischen Aktionären wie den Hedgefonds Elliott Advisors oder QVT, die große MIP-Blöcke besitzen. Diese haben - mit vielen anderen - bei der Hauptversammlung gegen Haider gestimmt und etwa bei der geforderten Abwahl von Treichl erst nach einer umstrittenen zweiten Stimmenauszählung verloren (was nun das Gericht untersucht).

Strategischer Partner
Dem Vernehmen nach hat die Investorengruppe mittlerweile ausreichend Unterstützung, um ihren Angriff starten zu können. Große Fonds sollen überzeugt worden sein, dass ein strategischer Partner mehr Vorteile bringt, als die MIP - wie von etlichen geplant - auszucashen. Die Abstimmung ist im Moment zwar schwierig, weil alle Beteiligten mit der Finanzkrise beschäftigt sind. Aber demnächst könnte die Einladung zu einer außerordentlichen Hauptversammlung erfolgen, auf der dann die MIP gekapert werden soll - ähnlich wie es bei der Meinl Airports (MAI) bereits geschehen ist.

Haider in ungemütlicher Lage
Bei einer feindlichen Übernahme wird die Meinl Bank anders als im ursprünglichen Angebot nicht mehr 32 Millionen Euro für den Managementvertrag bekommen. Der Vertrag soll gekündigt, eine Klage in Kauf genommen werden. Damit könnte auch MIP-Manager Karl-Heinz Grasser um seinen Anteil von 1,8 Millionen umfallen.
Michael Treichl ist laut Marktbeobachtern derzeit dabei, über Audley Capital so viele MIP-Aktien wie möglich zu erwerben, um Meinl den Rücken stärken zu können. Nur: Beim aktuellen Kurs von fünf Euro will niemand verkaufen, weil das für fast alle Aktionäre einen Verlust bedeuten würde.

Von Andreas Lampl

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