Mateschitz: "Prüfen Einstieg bei Mallorca"

Bulle Mateschitz bestätigt gegenüber FORMAT, dass er eine Beteiligung am Fußballverein Real Mallorca überlegt.

Bulle Mateschitz bestätigt gegenüber FORMAT, dass er eine Beteiligung am Fußballverein Real Mallorca überlegt.

Dass Red-Bull-Eigner Didi Mateschitz gerne einen Fußballklub besitzen möchte, der in der Champions League spielt, daraus machte er nie ein Hehl. Sein Stammverein, die Salzburger Bullen, haben es ja bislang noch nie in die Königsklasse des europäischen Fußballs geschafft.

Gegenüber FORMAT bestätigt der Chef-Bulle nun erstmals sein Interesse am finanzschwachen, zum Verkauf stehenden spanischen Primera-División-Verein Real Mallorca: "Wir machen gerade eine Due Diligence (Beteiligungsprüfung, Informationsoffenlegung, Anm). Wir informieren uns über die Unternehmenskennzahlen, Liquidität und Struktur des Vereines. Wir haben aber derzeit kein konkretes Kaufinteresse."

Die sportliche Substanz von Real Mallorca ist in Ordnung: Die vergangene Saison beendeten die Mallorquiner auf dem siebenten Tabellenplatz, nur wenige Punkte von einem CL-Quali-Platz entfernt.

Die deutsche Fußballlegende Franz Beckenbauer, engster Berater von Mateschitz in Kickerfragen, findet das mögliche Engagement gut: "Mallorca oder Spanien, wenn er da noch Handlungsbedarf sieht, ja warum denn nicht? Das sind Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen und die Marke Red Bull zu positionieren. Ich wünsche ihm auf jeden Fall, dass er auch bei diesen Aktionen eine glückliche Hand hat."

Sieben Mitbewerber für Mateschitz. Wie spanische Gazetten berichten, plant Mateschitz, 80 Millionen Euro in die Hand zu nehmen, um 93 Prozent der Anteile zu übernehmen. Der Verein soll dann "Red Bull Mallorca" heißen. Laut Mateschitz rittern noch sieben Interessenten aus Deutschland und Spanien um den Verein. Er glaubt jedoch, dass nicht jeder Kaufabsichten hat, sondern die Informationsbeschaffung über die Konkurrenzvereine im Vordergrund steht: "Durch eine Due Diligence bekommt man Einblick in die Geschäftsgebarung der spanischen Liga, diese Möglichkeit bleibt einem sonst verwehrt."

Wer am Ende den Inselverein erhält, ist naturgemäß noch offen. Der britische Unternehmer Paul Davidson hat zuletzt angeblich 38 Millionen Euro geboten. Ein arabischer Investor soll bereit sein, 60 Millionen Euro hinzublättern.

Viele fragen sich freilich, ob Red Bull Salzburg unter dem möglichen neuen Engagement leiden wird. Wohl kaum. Denn der Bulle hat bislang in die Infrastruktur sehr viel investiert. Er bietet dem Nachwuchs eine Basis zur Weiterentwicklung und hat ein modernes Trainingszentrum geschaffen. Demnächst ist auch Baubeginn seiner Fußballakademie.

Aber auch in Übersee ist Mateschitz aktiv: 2006 stieg Red Bull zu hundert Prozent bei dem amerikanischen Verein Metro Stars ein. Seither kickt das Team offiziell unter dem Namen "New York Red Bulls" in der US-Profiliga MLS.

Mit seinem Engagement im Fußball-Biz ist Mateschitz in bester Gesellschaft. Der russische Öltycoon Roman Abramovich trat mit dem Kauf des FC Chelsea einen Trend los. Inzwischen hat sich auch der usbekische Milliardär Alisher Usmanov bei Arsenal eingekauft, und der indische Stahlbaron Lakshmi Mittal bei den Queens Park Rangers. Und vor zwei Wochen übernahmen die Scheichs von Abu Dhabi Manchester City. Sie wollen den Stadtrivalen von Manchester United binnen fünf Jahren zum größten Klub der Welt machen. In einer ersten Runde haben sie 600 Millionen Euro für Spielereinkäufe zur Verfügung.

Dagegen nehmen sich die 80 Millionen Euro, die Mateschitz für Mallorca ausgeben will, geradezu bescheiden aus. Ein Problem könnte auf den ehrgeizigen Red-Bull-Eigner im Fall des Falles allerdings zukommen: Sollten Red Bull Mallorca und Red Bull Salzburg eines Tages gemeinsam in der Champions League spielen, gibt es Zoff mit der UEFA. Laut Reglement dürfen Vereine, die demselben Besitzer zuzuordnen sind, nämlich weder in derselben Liga noch im selben Bewerb gegeneinander antreten.

Von Gabriela Schnabel und Hubert Kickinger

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