Lauda verkauft die Marke 'Niki' an Air Berlin

Niki Lauda gibt im Zuge seines Deals mit der Air Berlin auch die Markenrechte an „Niki“ ab. Die Deutschen spitzen auf eine Komplettübernahme von Laudas Airline. Lauda beteuert, weiter an Bord bleiben zu wollen.

Aus seinem Faible für schöne Frauen hat Niki Lauda nie ein Geheimnis gemacht. Und auch nicht daraus, dass die Optik bei der Wahl seiner Stewardessen eine große Rolle spielt: Hübsches Gesicht, schlanke Linie, schönes Lächeln – die Flugbegleiterinnen an Bord eines „Niki“-Fliegers wurden von den Lesern der Gratiszeitung „Heute“ nicht zufällig zu den schönsten fliegenden Kellnerinnen des Landes gekürt.

Lauda gibt Marke ab

Niki Lauda, der kommenden Dienstag 62 Jahre alt wird, darf noch drei Jahre mit den feschen Damen fliegen, mit 65 ist für Piloten per Gesetz Schluss. Auch als Unternehmer bahnt sich sein Abflug an: Laut FORMAT-Informationen hat Air Berlin mit dem Kauf weiterer Anteile an „Niki“ im Vorjahr auch die Rechte an der Marke erworben; zudem haben sich die Berliner bei den Kartellbehörden vorsorglich schon den Erwerb von hundert Prozent an „Niki“ genehmigen lassen. Ihre Hoffnung ist, die Airline gänzlich zu übernehmen. „Es ist logisch, wenn die Air Berlin auf 49,9 Prozent aufstockt, dass sie sich überlegen muss, was passiert, wenn sie hundert Prozent will“, sagte Lauda dazu schon im Vorjahr.

Berliner in der Warteschleife

Vor genau einem Jahr hat die Air Berlin, Deutschlands größte Fluglinie nach der Lufthansa, ihren Anteil an „Niki“ um 25,9 auf 49,9 Prozent erhöht und dafür 21 Millionen Euro bezahlt. Zusätzlich sicherten sich die Deutschen eine Option auf die Totalübernahme und gewährten Lauda im Gegenzug ein Darlehen in Höhe von 40,5 Millionen Euro. Gut zwei Jahre hat Lauda noch Zeit, das Geld zurückzuzahlen. Gelingt das nicht, so gehen seine 50,1 Prozent an die Air Berlin. „Ich bleibe beteiligt“, versichert Lauda auf Anfrage.

Air Berlin spitzt schon länger auf Laudas profitable Airline und hat jetzt laut dem FORMAT vorliegenden „Spaltungs- und Übernahmsvertrag“ auch die Markenrechte von „Niki“ in der Tasche. In dem Vertrag zwischen Laudas NL Holding und der AB Luftfahrtbeteiligung GmbH von Air Berlin heißt es: „ Der Betrieb Rechteverwertung Flyniki umfasst den Erwerb, die kommerzielle Verwertung und die Veräußerung von Markenrechten, (…), Nutzungsrechten am Logo „Niki“ sowie an dem in diesem Zusammenhang vorliegenden Markenkonzept … “.

Während die Air Berlin nach wie vor Verluste schreibt, laufen die Geschäfte von Lauda gut. Er spart erfolgreich, wo er kann: Das Personal ist jung und billig, die Piloten kommen von Leasingfirmen, und um wichtige Prozesse, zum Beispiel Flugplanerstellung und Preisgestaltung, kümmert sich ohnehin Partner Air Berlin.

2010 hat Laudas Billigfluglinie 3,1 Millionen Passagiere befördert. Das sind um 29 Prozent mehr als 2009. Für 2011 wird ein Umsatz von 430 Millionen Euro angestrebt, nach 340 Millionen im Vorjahr. Die Flotte wird um sechs Maschinen auf 21 aufgestockt, neue Destinationen werden angeflogen. Damit wird auch die Mitarbeiterzahl auf 850 erhöht. Und Lauda sucht schon nach neuen hübschen Stewardessen.

– Silvia Jelincic

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