Krieg der Wörthersee-Promis: Hypo-Verkauf
des Hotels Seevilla empört Robert Glock

Der Verkauf des Hotels Seevilla an das Ehepaar Koch sorgt für Unmut unter der Kärnter Prominenz. Besonders erzürnt ist Robert Glock: Er wollte die Immobilie touristisch nutzen.

Die Affäre rund um die Kärntner Hypo nimmt immer größere Dimensionen an. Und auch an den Nebenfronten wird es immer bunter. Der Verkauf des Hotels Seevilla samt 5.732 Quadratmeter Grund direkt am Wörthersee an das Unternehmerehepaar Herbert und Friederike Koch (kika/Leiner) hat nicht nur in der Öffentlichkeit für Aufregung gesorgt – denn Verkäufer war eine Hypo-Tochter und Koch früher Aufsichtsratschef der Kärntner Landesbank. Auch innerhalb der Wörthersee-Prominenz fliegen wegen des Deals, der zwischen Weihnachten und Silvester für rund 7,5 Millionen Euro über die Bühne ging, die Fetzen.

"Keine Chance, mitzubieten"
Bei der Familie Glock, Produzenten der weltbekannten Pistolen und seit Jahren mit den Kochs bekannt, ist der Ärger so groß, dass der ansonsten absolut medienscheue Sohn des Firmengründers, Robert Glock, nun in die Offensive geht: „Ich bin schockiert, wie das gelaufen ist. Wir waren seit eineinhalb Jahren an der Liegenschaft interessiert und haben das über einen Makler auch kommuniziert. Plötzlich wird verkauft. Wir bekamen gar keine Chance, mitzubieten.“ Glock meint weiters: „In einem ordentlichen Bieterverfahren hätte die Hypo wohl einen höheren Preis erzielen können. Ich kann mir vorstellen, dass wir am Ende von Verhandlungen acht Millionen gezahlt hätten. Das ist das Grundstück auch wert.“ Die Aussagen von Glock verstärken den Eindruck, dass die Seevilla von der Hypo-Firma Kärntner Hotel Beteiligungs AG (KHBAG) unter der Hand verkauft wurde.

Glocks Tourismus-Pläne
Robert Glock wollte das Hotel, das die Hypo vor rund zweieinhalb Jahren von Andreas Miklautz erworben hatte, touristisch nutzen. Sein Plan war, die drei Gebäude zu renovieren und Appartements für die langfristige Vermietung (bis zu zehn Jahre) zu errichten. „Mich hätte gerade die gewerbliche Widmung interessiert. Das ist eine gute Anlage für privates Geld. Aber es war die letzte geeignete Liegenschaft.“ Glock hat eine eigene Gesellschaft für touristische Immobilienentwicklungen gegründet. Ein ähnliches Projekt, wie er es am Wörthersee vorhatte, wird derzeit gerade am Semmering umgesetzt, weil Glock glaubt, dass auch diese Region wieder im Kommen ist. Hypo-Boss Franz Pinkl hat sich nicht dazu geäußert, warum die Seevilla ohne Bieterprozess verkauft wurde. Er verwies nur darauf, dass sich die Bandbreite der Bewertungen für das Grundstück zwischen 6,2 und 7,8 Millionen Euro bewegt hatte.

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