Knall-Effekt in der PR-Branche: Publico wird Teil des börsennotierten Omnicon-Netzwerks

Die bisherigen Geschäftsführer der größten PR-Agentur des Landes verkaufen ihre Anteile an den Mehrheitseigentümer und steigen aus.

Ein paar Mal flog Markus Schindler, Chef der Pleon Publico, der größten PR-Agentur des Landes, nach New York zu Verhandlungen mit BBDO. Die Werbeagentur-Kette besitzt über die deutsche Pleon Partners 70 Prozent an der Publico. Vielmehr besaß. Denn seit wenigen Tagen gehören ihr 98 Prozent. Schindler sowie seine Kollegen Harald Mahrer und Claudia Müller-Stralz verkauften ihre Anteile, steigen aus und ziehen einen Schlussstrich unter das Kapitel Publico. Rund fünf Millionen Euro fließen. Zwei Drittel davon streift Schindler ein.

Aus einem Eigentümer-geführten Unternehmen wird ein Teil des gigantischen Omnicom-Netzwerks, das an der New Yorker Börse notiert und zu dem auch BBDO zählt. Die Pleon Publico wird eine Agentur mit angestellten Managern.

Schindlers List

Mehr noch als Schindlers List hat eine lange Auseinandersetzung den Deal eingefädelt. Seit 2007 versuchten Schindler und Mahrer, wieder die Mehrheit zu bekommen. Es war ihnen ein Dorn im Auge, dass sie 70 Prozent der Erträge abliefern mussten, ohne dass Kunden über das Netzwerk kamen oder die Expansion unterstützt wurde. Aber die Amerikaner verlangten 13 Millionen Euro für ihre Anteile. Schindler wollte höchstens 5 Millionen zahlen. Auch der Vorschlag der Österreicher einer asymmetrischen Gewinnausschüttung, die ihnen klar mehr als 30 Prozent der Profite bringen sollte, wurde abgelehnt. Deswegen machten Schindler und Co nun von ihrer Put-Option Gebrauch und verabschieden sich.

„Publico wird in Zukunft eine klassische internationale Konzernagentur sein“, beschreibt der Noch-Chef die neue Struktur. Amerikanische Controller werden mitreden.Die weitreichenden Sonderrechte der Minderheitsgesellschafter, die Publico bis jetzt zu einer reinen Finanzbeteiligung des US-Konzerns gemacht haben, fallen nun weg.
Zukunft als Strategieberater. 

Bis Jahresende bleibt die alte Führung noch an Bord. Dann dürfte Schindler eine neue PR-Agentur gründen, wobei Publico-Kunden bis Ende 2011 gesperrt blieben. Aber der PR-Profi hat gemeinsam mit Harald Mahrer andere Pläne. „Wir werden eine Strategieberatung für Top-Manager aufbauen“, verrät er. Denn: „Die Positionierung eines Unternehmens entscheidet immer mehr über dessen Erfolg.“
Schindlers Nachfolge wird Saskia Wallner antreten, eine langjährige enge Mitarbeiterin und Ehefrau des Grünen-Geschäftsführers Stefan Wallner. Sie muss nun der Publico die Marktführerschaft erhalten.

– A. Kramer, A. Lampl

Im Bild: Die neue Publico-Geschäftsführerin Saskia Wallner

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