Justiz-Krimi:
Scherbenhaufen am Spielfeld

Justiz-Krimi:
Scherbenhaufen am Spielfeld

Durch mögliche Schadenersatzansprüche und angezweifelte Ergebnisse liegen bei den Wettanbietern und der Fußball-Bundesliga die Nerven blank.

Für die Fußball-Bundesliga ist ein Alptraum Realität geworden. Hausdurchsuchungen, Orientierungslosigkeit und eine Personaldiskussion werden jetzt durch Klagsdrohungen und mögliche Strafverifizierungen von Spielen angeheizt. Hinzu kommt, dass die Bundesliga bis auf zwei Sachverhaltsdarstellungen von Grödig keine Unterlagen und Akteneinsicht bekommen hat.

Dabei drohen dem Verband zwei Horrorszenarien: Peter Kolba, Chef des Vereins für Konsumenteninformation, erklärt gegenüber FORMAT, dass sich geschädigte Wettkunden bei manipulierten Spielen ihren Einsatz vom Wettanbieter wieder zurückklagen können. Kolba: „Hätten beide Seiten von der Manipulation gewusst, hätten sie den Vertrag nicht geschlossen. Die Kunden können also Schadenersatzansprüche geltend machen oder sich als Privatbeteiligte den Verfahren anschließen.“

Kolba räumt aber ein, dass auch die Wettanbieter geschädigt worden sein könnten. In der Tat wollen zumindest tipp3 und Admiral ebenfalls als Privatbeteiligte den Strafverfahren beitreten. Die Bundesliga könnte so auch zum Handkuss kommen, denn sie hat den ordnungsgemäßen Ablauf der Spiele sicherzustellen. Da bei den Spiel-Betrügern nicht allzu viel zu holen sein wird, könnte auch die Liga zur Verantwortung gezogen werden. Der erfahrene Chefjurist Christian Ebenbauer weist das entschieden zurück, da weder Verschulden noch Vorsatz gegeben seien und er fährt eine harte Linie unter dem Motto: „Sichten, prüfen, agieren“.

Schlimmer ist das Anzweifeln der Resultate für die Klubs. Sogar Neuaustragungen standen im Raum, doch dies ist rechtlich nicht möglich. Drei Tage nach einem Spiel beglaubigt der aus Richtern, Polizeijuristen und Anwälten bestehende Senat 1 der Liga das Ergebnis. Eine Wiederaufnahme des Verfahrens ist möglich – muss aber von den Vereinen gefordert werden. Mögliche Folgen sind ein 0:0 oder eine Strafverifizierung. Bislang liegen keine Anträge vor. Rückforderungen wegen entgangener Spielerprämien oder Qualifikationsprämien für die Europa-League sind ebenfalls noch nicht erhoben worden. Am Freitag wird übrigens ein neuer Liga-Präsident gewählt – auf ihn wartet eine Herkules-Aufgabe.

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