Interview mit Lyoness-Gründer Hubert Freidl: „Das ist eine völlig normale Wirtschaftsform“

Format: Herr Freidl, wie viele Kunden machen bei Lyoness mit?
Hubert Freidl: Insgesamt haben wir binnen fünf Jahren 350.000 Kunden gewonnen, in Österreich 55.000. Neben dem deutschsprachigen Raum sind wir auch in Osteuropa unterwegs.

34,2 Mio Euro Umsatz
Format: Wie hoch sind die Umsätze in Österreich?
Freidl: Im vergangenen Jahr haben wir 34,2 Millionen Euro umgesetzt, und zwar beinahe ausschließlich mit Gutscheinen. Für die angeschlossenen Händler ist das ein sicheres Geschäft: Wir gehen bei den Gutscheinen in Vorleistung und verkaufen sie an unsere Kunden weiter.
Format: Aktuell versuchen Sie die Händler zu überzeugen, auf Ihre neue Cashback-Karte umzusteigen …
Freidl: … Einige haben bereits umgestellt, wenn auch erst vergleichsweise kleine Partner wie die Confiserie Heindl. Die Großen haben oft schon eigene Stammkundenkarten und wollen zumindest nicht unterjährig ein zweites System installieren.
Format: Wer aktiv Kunden wirbt, kann daran verdienen. Wie viele Ihrer Kunden machen davon Gebrauch?
Freidl: Das sind eher wenige – schätzungsweise zwei bis drei Prozent.

"Kein Pyramidenspiel"
Format: Wie viel lässt sich damit verdienen?
Freidl: Kommt ganz darauf an, wie aktiv jemand das betreibt. Einer unserer fleißigsten Werber, ein Ungar, hat bereits 100.000 Kunden unter sich. Der kann davon gut leben (lacht).
Format: In diversen älteren Internetforen wird diese Form des Direktvertriebs jedoch als Pyramidenspiel bezeichnet, auch die Arbeiterkammer äußert sich eher zurückhaltend zu Ihrem Geschäftsmodell …
Freidl: Ein Pyramidenspiel ist das sicher nicht, das wäre ja auch verboten. Die Wirtschaftskammer äußert sich eindeutig: Struktur- und Direktvertrieb sind offizielle Formen des Handels, völlig normale Wirtschaftsformen. Aber das ist auch nicht die Hauptsache von Lyoness. Es geht um die Beträge, die jeder beim Einkaufen sparen kann. Vor allem in den osteuropäischen Ländern macht es doch einiges aus, wenn jemand in der Woche 20 Euro mehr in der Haushaltskasse hat.

Interview: Arndt Müller

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