Immofinanz: Enorme Haftungen der Constantia B.V. für die Immofinanz-Gruppe

Die Haftungen der Constantia B.V. für die Immofinanz-Tochter Immoeast sind weit höher als bisher angenommen. Die Holding von Christine des Castelbajac soll mit über 500 Millionen Euro haften.

Die Haftungen der in Amsterdam domizilierten Constantia B.V. für die Immofinanz-Gruppe sind weit höher als bisher angenommen. Die Holding von Christine de Castelbajac, Tochter des Industriellen Herbert Turnauer, soll mit über 500 Millionen Euro gegenüber der Immofinanz-Tochter Immoeast haften. Christian Kuhn, der Anwalt von Castelbajac, äußerte sich auf Anfrage dazu nicht. Doch sehr wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Gewährleistung für die Immofinanz Beteiligungs AG. Die begab im Vorjahr eine Anleihe (Corporate Bond), „den die Immoeast aus Mitteln der Kapitalerhöhung 2007 zeichnete“, wie Wolfgang Reithofer, der Aufsichtsratpräsident der Gruppe, diese Woche einräumte. Er bestätigte auch, dass „derzeit noch 520 Millionen Euro aus dem Corporate Bond aushaftend sind“, deren Rückzahlung durch einen Dritten gesichert sei – vermutlich durch die erwähnte Haftung der Constantia B.V.

Höhere Put-Option
Auch das Risiko aus Put-Optionen ist höher als bislang angenommen. Wie FORMAT berichtete , besitzt der Badener Rechtsanwalt Rudolf Fries eine Put-Option für seine 39,3 Millionen Immofinanz-Aktien gegenüber der Constantia B.V. Diese muss ihm seine Papiere für sieben Euro pro Stück abnehmen, wenn er die Option zieht. Neben Rudolf Fries hat auch dessen enger Freund Walter Scherb eine solche.

320-Millionen-Loch
Im Februar 2008 übernahm Walter Scherb, der Eigentümer des Linzer Nahrungsmittelproduzenten Spitz, über seine Witiko Invest eine Tochter der Constantia Privatbank: die S&I Immobilien Vermietungs GmbH, in der ein stattliches Paket an Immofinanz-Aktien lagerte, nämlich um die 20 Millionen Stück. Auch Scherb erhielt wie Fries eine Absicherung. Laut FORMAT-Informationen ist die Constantia Packaging B.V. daher verpflichtet, Immofinanz-Aktien für insgesamt 440 Millionen zurückzunehmen. Zum tatsächlichen Wert der Papiere klafft beim derzeitigen Kurs ein Loch von 320 Millionen Euro, in der Vorwoche betrug die Lücke sogar noch 370 Millionen.

Von Andreas Lampl und Barbara Nothegger

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