Im Visier der Justiz: Fritz Verzetnitsch und die Schuhandelskette Stiefelkönig

Die Staatsanwaltschaft arbeitet nun die Nebenschauplätze des Bawag-Skandals gerichtlich auf.

Sonja Herbst könnte die nächste Gewinnerin der Bawag-Affäre sein. Die Staatsanwältin ist für alle offenen Bawag-Causen zuständig. Dazu zählen etwa der Refco-Blitzkredit, der den Skandal ins Rollen brachte, die Affäre Verzetnitsch und der Fall Stiefelkönig. Bei Stiefelkönig nimmt Herbst alle Kreditgeschäfte bis 2003 unter die Lupe. Ohne nachvollziehbare Gründe sollen damals der Stiefelkönig-Eigentümerfamilie Herzl Bawag-Kredite erlassen worden sein. Der Verdacht der Untreue liegt nahe. Im Visier der Justiz sind ­einige prominente Österreicher: So wird gegen Erhard Grossnigg und Alexander Herzl ermittelt. Herzl war Stiefelkönig-Geschäftsführer und Grossnigg im Aufsichtsrat. Grossnigg verteidigt sich gegen­über FORMAT: „Die Vorwürfe sind haltlos. Mehr gibt es nicht zu sagen.“

Auf der Abschussliste
Schweigsam ist auch Fritz Verzetnitsch. Für Interviews ist der Ex-ÖGB-Präsident nicht zu haben. Vermutlich liegt das daran, dass die Bawag-Krise für ihn noch nicht beendet ist. Auf jeden Fall steht er auf der Abschussliste der Anklagebehörde. Der Verdacht: Untreue und Beihilfe zur Bilanzfälschung in der Bawag-­Affäre. Zudem wird ihm falsche Zeugenaussage vor dem Banken-U-Ausschuss vorgeworfen. Dort sagte er aus, im Jahr 2000 von den Mil­liardenverlusten informiert worden zu sein. Tatsächlich waren sie schon 1998 bekannt. ­Außerdem soll er laut Gerichtsgutachten seit 1990 der Bawag um 295.000 Euro zu wenig an Miete und Betriebskosten für sein Penthouse bezahlt haben. Anklägerin Herbst hat nun ausreichend zu tun. Sollte sie Verzetnitsch, Grossnigg und Co – für alle gilt die Unschuldsver­mutung – hinter Gitter bringen, dürfte ein Karrieresprung nicht weit sein.

Von Ashwien Sankholkar

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