Hotelboom in der Wiener City

Hotelboom in der Wiener City

Mehr geht nicht, sagt die Branche. Es ist noch Potenzial da, sagen Branchenberater. Die Zahlen sprechen für beide Gruppen. Nicht zu übersehen ist, dass in Wien schon fast jedes Monat ein neues Hotel eröffnet. Der Markt erlebt seit 2011 einen rasanten Bettenzuwachs in allen Kategorien. Bis Ende 2014 wird die City über ein Angebot von fast 30.000 Betten verfügen. Ein Überangebot in den Augen etablierter Betriebe, die um ihre Auslastung und einen verschärften Preiskampf fürchten.

Hotelconsulter Matthias Hautli von Kohl & Partner sieht allerdings noch keinen Verdrängungswettbewerb: „Die Nachfrage nach Betten ist gegeben.“ Zwar hat sich die Entwicklung im ersten Jahresdrittel 2013 stark verlangsamt – auf plus 0,9 Prozent. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert bei plus 8,7 Prozent, aber „ein leichtes Wachstum sollte auch 2013 möglich sein“, glaubt Hautli.

Die Gründe für den zunehmenden Hotelneubau haben allerdings nicht unmittelbar mit Nachfragesteigerungen zu tun. Vielmehr geht es um sichere Investments für Kapitalgeber, die im Hotelbusiness eine lohnende Nische entdecken. Die Möglichkeiten für potente Anleger schränken sich immer mehr ein, seit auch der Markt bei Büroimmobilien mit Problemen kämpft. „Das Hotelbusiness wird fast schon zum Immobusiness“, beschreibt Michaela Reitterer, Präsidentin der Hotelliervereinigung (ÖHV) die neue Entwicklung.

Zuwachs in der mittleren Kategorie

Ein großer Teil der Newcomer etabliert sich in der Drei- und Viersterne-Kategorie, in der es jetzt eng werden könnte. Während die Luxushotellerie und die Low Budget Häuser für den Gast klar erkennbare Angebote bereithalten, kämpfen die Drei- und Viersterne Betriebe mit Positionierungsproblemen. „Die Mitte wird verlieren, das hören wir seit Jahren“, sagt Reitterer, „wenn man sich nicht unterscheiden kann, bleibt nur der Preis.“

Neuausrichtung

Eine Reihe von Hotels in diesem Segment hat die Probleme klar erkannt und steuert gegen. Dazu gehört etwa die mit 31 Standorten größte heimische Hotelgruppe, die Austria Trend Hotels des Verkehrsbüros, die jetzt mit einer umfangreichen Neuausrichtung startet. „Es geht um die größte Qualitätsoffensive in der Geschichte unseres Hauses“, sagt Verkehrsbüro Direktor Harald Nograsek. Vor allem in der Kulinarik und im Gästeservice sollen völlig neue Wege beschritten werden.

Mitbewerber wie die Falkensteiner Gruppe, die derzeit mit einem Investment von 30 Millionen Euro einen Hotelneubau in Wien Margareten mit 195 Zimmern hochzieht, wollen sich mit guter Architektur von der Konkurrenz abheben. Dazu wurden renommierte Architekten, wie David Chipperfield und für das Interieur Matteo Thun verpflichtet. Falkensteiner CEO Otmar Michaeler sieht für das „Vier Sterne Superior“ Haus „mit unserem Life Style Konzept noch einen guten Markt.“

Mit Life Style wollen auch die Eigentümer des kürzlich eröffneten „Zeitgeist Vienna Hotel“, Bauunternehmer Gerhard Dinstl und Immobilientreuhänder Gerald Kolm, Gäste gewinnen. Der Neubau, unweit des neuen Hauptbahnhofs, verfügt über 254 Zimmer, davon „Lifestyle Lofts“ und „Zeitgeist Suiten“. General Manager Hans Hollerer will, wie die Mitbewerber in den Austria Trend Hotels, mit Bio-Kulinarik und individuellen Serviceleistungen punkten.

Preisgestaltung

Mit den gebotenen Mehrwerten werden sich die Preise aufgrund des neuen Wettbewerbs aber wahrscheinlich nicht deutlich erhöhen, obwohl ÖHV-Chefin Reitterer klagt, „dass die Zimmerpreise seit 2007 unverändert sind, die Betriebskosten aber um 30 Prozent stiegen.“ In der Spezialisierung sieht Reitterer „die einzige Chance, damit man wettbewerbsfähig bleibt.“ Unbestritten ist für Michaeler, dass Wien im internationalen Vergleich mit seinen Zimmerpreisen zu günstig ist. „Wien hat kein Auslastungsproblem, sondern ein Preisproblem.

Industrie 4.0 und das flexiblere Arbeiten: Die Vorzüge der Automatisierung kommen mit verbesserter Kommunikation zwischen Maschinen noch besser zum Einsatz.
 

Business

Wegbereiter einer neuen Industrie

Boom oder Crash? Unternehmen brechen durch die Kämpfe in der Ukraine und im Nahen Osten Exportmärkte weg. In Österreich macht sich die Sorge vor einer neuen Krise breit.
 

Business

Comeback der Krise?

Innovationskraft: Forschung und Entwicklung sind die Grundlage des Erfolgs der heimischen Industriebetriebe.
 

Business

Innovation - der wichtigste Rohstoff