Helden am Asphalt - der Botendienst-Check

Botendienst-Check: Wenn es schnell gehen muss, sind sie die Helden am Asphalt - und günstig obendrein.

Helden am Asphalt - der Botendienst-Check

Ohne sie käme der Aktenordner zu spät zum Steuerberater und die Ware zu spät zum Kunden. In vielen Unternehmen sind Botendienste inzwischen unverzichtbarer Bestandteil der Logistik, mehr als eine halbe Million Sendungen im Jahr werden allein in der Bundeshauptstadt per Boten zugestellt.

Der Markt ist in den letzten Jahren aber beinhart geworden. Die Branche übt eine magische Anziehungskraft auf risikobereite Jungunternehmer aus. Die Idee, sich mit einem Handy und ein paar Fahrzeugen selbständig zu machen, ist verlockend. Die Success-Storys der heutigen Platzhirsche am Wiener Markt ähneln sich: Eine Hand voll Freunde haben eine Geschäftsidee, aber kaum Kapital und starten mit ein paar Tausend Fahrten pro Jahr. Eineinhalb Jahrzehnte später sind es Hunderttausende Sendungen, die Firma ist zum "Big Player“ aufgestiegen.

Die Sache hat natürlich ihren Preis: Reguläre Beschäftigungsverhältnisse mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind eher die Ausnahme, der Konkurrenzdruck hält die Preise im Keller. Bestes Beispiel: Manche der 44 Wiener Botendienste führen auf ihrer Website noch die Preisliste von 2008 - und sie ist immer noch gültig.

Des einen Leid, des anderen Freud. Viele Briefe und Päckchen lassen sich in Wien inzwischen günstiger per Boten als per Post oder Paketdienst verschicken. Wie eine FORMAT-Markterhebung unter 15 Wiener Botendiensten zeigt, liegt der Einstiegspreis für das Versenden von Akten, Polsterkuverts oder kleineren Päckchen bei ganzen sechs Euro, inklusive Steuer. Zum Vergleich: Für einen Versand per EMS müsste man mindestens 9,74 Euro zahlen, selbst wenn sich der Empfänger im gleichen Bezirk befindet. Mit DHL wären es sogar 21,02 Euro brutto.

In Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs, ist die Konkurrenz nicht ganz so knallhart wie in Wien. Lokalmatador BKO/Veloblitz radelt aber auch schon ab 7,20 Euro zum Kunden.

Tempo-Macher

Der gewöhnlich nach Bezirksraster gestaffelte Fixpreis (Ausnahmen: Spinning Circle, Hermes) ist aber nicht alles. Geschwindigkeit und Verlässlichkeit sind zwei weitere Boten-Tugenden, die von Kunden geschätzt werden. Hat man es besonders eilig, zahlt man bei manchen Anbietern aber extra. Wer beispielsweise vom Wiener Platzhirsch Direkt (Tarif ab 6 Euro) bevorzugte Behandlung und Tour-de-France-artige Geschwindigkeit einfordert, den kostet das bis zu 3,60 Euro Aufpreis. In solchen Fällen ist mancher Mitbewerber ohne Geschwindigkeits-Zuschlag dann wieder günstiger.

Ein weiteres Gütekriterium, das sich allerdings nicht so einfach in Zahlen fassen lässt, ist das Vertrauen. Eine überdurchschnittliche Personalfluktuation macht so manchen Auftraggeber nervös - speziell wenn es um den Transport heikler oder wertvoller Dinge geht. Hier möchten vor allem alteingesessene Wiener Botendienste wie Pollak und Blitzkurier punkten. Kommerzialrat Harald Pollak: "Wir arbeiten ausschließlich mit eigenem und angemeldetem Personal.“ Beim Blitzkurier baut man ebenfalls auf die jahrelange Erfahrung des Stammpersonals, "das nicht ständig wechselt“. Blitzkurier-Fuhrparkchef Andreas Janulis: "Wir kennen die Kunden und ihre Anforderungen genau.“

Last, but not least gibt es noch ideelle Gründe, warum sich Kunden für einen bestimmten Botendienst entscheiden. Der Fahrradboten-Pionier Veloce, GO und Veloblitz haben als umweltfreundliche Rad-Botendienste begonnen, Hermes und Spinning Circle setzen aus ökologischen Gründen bis heute ausschließlich auf Muskelkraft.

TABELLE: Botendienste im Vergleich

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