Haselsteiner will frischerworbene Constantia
mit Kathrein-Privatbank zusammenschließen

Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner und Donau Chemie-Eigentümer Alain de Krassny planen einen Zusammenschluss von Constantia und Kathrein Bank. Die Privatbanken sollen innerhalb von zwei Jahren fusionieren.

In den Tagen vor der Entscheidung über den Verkauf der Constantia Privatbank in der Vorwoche zeigte Raiffeisen ein erstaunliches Interesse an den Verhandlungen – und am Ende Zufriedenheit über den Ausgang. Das liegt nicht nur daran, dass Raiffeisen wie Hans Peter Haselsteiner (im Bild) Großaktionär des Baukonzerns Strabag ist. Haselsteiner erhielt gemeinsam mit dem Eigentümer der Donau Chemie, Alain de Krassny, den Zuschlag für die Constantia Bank. Beide halten je 48 Prozent. Vier Prozent gehören dem Sanierer Erhard Grossnigg, der gemeinsam mit Klaus Umek von Petrus Advisors der Dealmaker war.

Kathrein-Chef: "Von Plänen gehört"
Das Interesse von Raiffeisen erklärt sich dar­aus, dass der jetzigen Übernahme eine weitere Transaktion folgen soll. Die neuen Constantia-Eigentümer, die 30 Millionen Euro Kaufpreis bezahlten und 30 Millionen Partizipationskapital ins Unternehmen einbringen, wollen die Bank innerhalb von zwei Jahren mit der Kathrein & Co. Privatgeschäftsbank zusammenschließen. Und die gehört zu 100 Prozent der Raiffeisen Zentralbank (RZB). Hans Peter Haselsteiner, der die Strabag zu einem der größten Baukonzerne Europas und sich zum Euro-Milliardär gemacht hat, will sich offenbar nicht nur aus einer Schrulle heraus als Privatbankier versuchen, sondern gemeinsam mit Krassny in dieser Branche richtig mitspielen. In den Verhandlungen für das Closing des Constantia-Kaufs hat er eine Klausel akzeptiert, dass zwischen 20 und 70 Prozent des erzielten Gewinns nachbezahlt werden, sollte das Konsortium die Bank während eines definierten Zeitraums weiterverkaufen. Diese Change-of-Control-Vereinbarung soll aber ausdrücklich nicht gelten bei Umgründung oder Fusion mit einer anderen Bank. Kathrein-Chef Christoph Kraus bestreitet das Vorhaben, das FORMAT von mehreren Insidern des Deals bestätigt wurde, nicht: „Ich habe von diesen Plänen gehört, weiß aber nichts Konkretes, weil ich nicht darin involviert bin. Prinzipiell halte ich es für sinnvoll, die österreichische Privatbank­szene neu zu ordnen, damit wir nicht in internatio­nale Organisationen einfließen. Der Markt steht vor neuen Herausforderungen. Die Zeiten sind schwierig.“

Umbenennung Semper Constantia
Das gilt vor allem für die Constantia Bank. Die hat im Zuge des Immofinanz-Skandals ein Drittel ihrer Kunden samt deren Milliardeneinlagen verloren – viele davon an Kathrein. Für Kraus wäre ein Zusammenschluss mit der Constantia wahrscheinlich sogar eine späte Genug­tuung. Denn die Kathrein Bank prüfte selbst ein Angebot, zog sich aber zurück. Außerdem saß Kraus selbst im Constantia-Chefsessel, bevor ihn Karl Petrikovics vor Jahren dort unsanft hinausboxte – um das Institut dann durch Spekulationen an den Rand des Ruins zu treiben. In einem Brief hat Kraus dem Haselsteiner-Konsortium bereits eine Kooperation angeboten. Dieses ist nun dabei, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Man will schon vor dem Closing einen österreichischen Banker als Beobachter in die Constantia entsenden, der danach in den Vorstand wechselt. Erhard Grossnigg soll in den Aufsichtsrat einziehen. Auch einen neuen Namen haben Haselsteiner und de Krassny für ihre Bank schon: Dem Vernehmen nach soll das private Geldhaus künftig Semper Constantia heißen. Zumindest bis zu einem Kathrein-Deal.

Andreas Lampl, Silvia Jelincic

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