„Grassers Umfeld hat sich die Taschen vollgestopft“

Manfred Ainedter, der Strafverteidiger von Karl-Heinz Grasser, über seine Causa Prima und warum er in Bars keine Mandanten akquiriert.

Format: Herr Ainedter, woher kennen Sie Herrn Grasser eigentlich?

Manfred Ainedter: Er wurde damals bei der Homepage-Affäre von einer Kollegin zu mir geschickt.

Format: Wie viel Zeit verbringen Sie mit der Causa Grasser?

Ainedter: Sehr viel wegen der ständigen Medienanfragen. Sonst wäre der Fall gar nicht so zeitintensiv.

Format: Sehen Sie Ihre Frau oder Herrn Grasser öfter?

Ainedter (lacht): Gott sei Dank noch meine Frau.

Format: Würden Sie sagen, das ist einer Ihrer schwierigsten Fälle?

Ainedter: Nein, weil nichts dran ist. Aber der öffentliche Druck ist enorm. Besonders störend ist, dass von manchen Politikern – rechtsstaatlich bedenklich – versucht wird, Einfluss auf die Justiz zu nehmen.

Format: Sie sind also nach wie vor von Grassers Unschuld überzeugt?

Ainedter: Ja, zumal ich jetzt viel mehr weiß als zu Beginn der Causa.

Format: Aber Sie werden zugeben, dass einiges, was jetzt ans Licht kommt, nicht sehr gut für Grasser aussieht.

Ainedter: Ja, natürlich ist die Optik ganz schlecht, weil sich Leute aus seinem privaten Umfeld die Taschen vollgestopft haben. Grasser selbst hat aber nie auch nur einen Cent genommen.

Format: Also hat sich Grasser einfach die falschen Freunde ausgesucht?

Ainedter: So etwas hat es im Umfeld von Regierungsmitgliedern immer wieder gegeben, dass sich Lobbyisten bereichern wollen.

Format: Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der Justiz in dem Fall?

Ainedter: Es dauert alles viel zu lange. Die Mitglieder der Buwog- und Lehman-Kommissionen werden etwa erst jetzt einvernommen.

Format: Rechnen Sie mit einer weiteren Einvernahme von Herrn Grasser?

Ainedter: Ich denke, dass es zu den Kontounterlagen noch eine Befragung geben wird, etwa in vier bis sechs Wochen.

Format: Glauben Sie, dass Ihnen Ihre Bekanntschaft mit Justizministerin Bandion-Ortner bei dem Fall nützt?

Ainedter: Nein. Ich kenne die Ministerin, wie viele andere Kollegen auch.

Format: Aber besprechen diese Kollegen mit ihr auch Fälle im Theatercafé?

Ainedter: Die Intervention gehört wohl unstrittig zu meinem Beruf. Wenn ich der Meinung bin, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist, dann sage ich das dem zuständigen Minister. Das habe ich davor auch schon des Öfteren gemacht. Ich habe dabei null schlechtes Gewissen.

Format: Wie viele Mandanten haben Sie in der Bar oder bei einem Abendevent kennen gelernt?

Ainedter: Keinen einzigen. Wenn ich weggehe, will ich meine Ruhe haben.

Format: Wie oft pro Woche gehen Sie auf Society-Events?

Ainedter: Ein- bis zweimal.

Format: Das ist jetzt ein Scherz. Sie waren allein am Wochenende mehrmals in den „Seitenblicken“ zu sehen.

Ainedter: Da waren die Termine besonders dicht. Aber im Durchschnitt ist es nicht öfter. Sehen Sie selbst! (Steht auf und holt seinen Terminkalender.)

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