Genfer Autosalon: Verbrauchsarme Motoren und Biosprit führen in grünere Zukunft

Mit einer beispiellosen Offensive umweltschonender Modelle versuchen die Autohersteller am Genfer Autosalon ihre Zukunftsfähigkeit unter Beweis zu stellen. FORMAT zeigt die wichtigsten Trends bei den Ökoautos.

Selten zuvor standen die Hersteller vor dem Genfer Autosalon so unter Druck wie jetzt. Ausgerechnet in dieser schwierigen Phase müssen die Konzerne zeigen, dass sie neue Technologien bieten und auch für die Zeit nach der Krise ge­rüstet sind. „Genf ist auch ein kleiner Ausblick für die Zeit nach der Krise – also nach 2010“, so der deutsche Autopapst Ferdinand Dudenhöffer. Erstmals räumen die Messeveranstalter eine eigene Halle frei, um dort die Neuheiten bei alternativen Antrieben zu präsentieren (siehe auch Bildergalerie ). Tatsächlich ist das Angebot an neuen umweltschonenden Technologien so üppig wie kaum zuvor. Es kristallisieren sich vier Umwelttrends heraus: Hybride, Elektroautos, verbrauchsarme Benziner und Autos mit Ökosprit.

Starker Auftritt neuer Hybride
Immer mehr Fahrzeuge stehlen dem Toyota Prius, dem Pionier auf dem Gebiet, die Schau. Für die Japaner, die mit einem neuen ­Prius der Konkurrenz Paroli bieten, ist allerdings nur der Honda Insight eine echte Konkurrenz. Der ist mit 19.990 Euro um rund 6.500 Euro billiger als der Prius. Sparsamer unterwegs, mit einem Verbrauch von 3,9 Litern auf 100 Kilometern, ist allerdings nach wie vor der Toyota. Ein optisches Highlight ist sicher der 300 PS starke Lexus-Hybride RX 450h. Der kos­tet, wie auch andere Newcomer, jedoch um einiges mehr. Generell zeichnet sich bei den ­Hybriden eine Verschiebung der Prioritäten ab. Wurde bisher der Benzinmotor von der Elektrik unterstützt, wird es in Zukunft genau umgekehrt sein.

Biosprit legt den Turbo ein
Den mit Abstand massentauglichsten Trend stellen verbrauchsärmere Benzinmotoren dar. Da drängen vielen Hersteller gleich mit einer ganzen Palette neuer Produkte auf den Markt. Volkswagen stellt aus der Sprit sparenden BlueMotion-Serie gar fünf neue Varianten vor. Das Umweltflaggschiff, der neue VW Golf BlueMotion, spart im Vergleich zum klassischen Modell 15 Prozent Sprit. Fiat startet mit drei Ökomodellen und dem klingenden Beinamen Pur-02 durch. Auch bei den Autos, die mit verschiedenen Spritsorten befüllt werden können, tut sich eine völlig neue Vielfalt auf. Die meisten von ihnen können wie der neue Fiat Grande Punto Natural Power Bioethanol, Erdgas oder Benzin tanken. Insgesamt debütieren in Genf sieben Fahrzeuge, die auch mit Erdgas befüllt werden können. Der Opel Zafira und der VW Passat kriegen dank Turbomotor auch ordentlich Power.

Zwei Cent pro Kilometer
Die Hersteller buttern jedenfalls weiter ordentlich in Forschung und Entwicklung. Selbst die krisengebeutelten Amerikaner stehen da um nichts nach. General Motors präsentiert mit dem Opel Ampera ein gelunges Konzept eines Elektrofahrzeugs. Die Batterie soll an einer ganz normalen Steckdose aufgeladen werden. Die Fahrt mit so einem Stromauto kostet gerade einmal zwei Cent pro Kilometer, und die Reichweite soll mehrere Hundert Kilo­meter betragen.

Von Anneliese Proissl

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