"Gazprom ist eine politische Waffe der Kleptokratie aus dem Kreml“

Buchautor Jürgen Roth über die Drehscheibe Wien und klandestine Profiteure der Rohstoff-Deals.

FORMAT: Wien ist die Hauptdrehscheibe der westeuropäischen Aktivitäten des Gazprom-Konzerns. Warum?

Jürgen Roth: Diese Rolle rührt noch aus dem Kalten Krieg her. Wien war immer schon Drehscheibe für den KGB und seine Nachfolgeorganisationen. Gazprom hat hier und in der Schweiz vor allem seine Finanzaktionen konzentriert. Führende Gazprom-Leute wie Vize-Vorstandschef Alexander Medwedew oder der schwerreiche Gashändler Dmytri Firtash sind in Österreich sehr gut verankert.

Warum wählt Gazprom stark verschachtelte Firmenkonstruktionen für die Tochterunternehmen?

Es darf gegenüber den eigenen Aktionären nicht bekannt werden, wer die Profiteure von manchen Geschäften sind. Denn diese Leute sind teilweise die Gazprom-Direktoren oder ihre Vorgänger selbst - sowie wichtige Personen aus dem Kreml. Diese Menschen verdienen sehr viel Geld.

Sie schreiben von massiven Widerständen, denen Sie im Zuge Ihrer Recherchen begegnet sind. Haben Sie Angst vor Gazprom?

Nein, ich habe keine Angst. Mein journalistisches Motto ist: No risk, no fun. Ich möchte die Öffentlichkeit darüber aufklären, dass Gazprom kein normaler Energiekonzern wie Shell oder BP ist, sondern eine politische Waffe der Kreml-Kleptokratie.

Wird Gazprom irgendwann ein "normales“ Unternehmen werden?

Solange Wladimir Putin an der Macht ist, wird sich nichts ändern. Im Gegenteil: Gazprom wird noch einflussreicher werden und andere europäische Unternehmen mit Gas erpressen. Es wird sich auch nichts ändern, solange österreichische und deutsche Unternehmen oder Expolitiker in Russland und manchen früheren Sowjetrepubliken Geschäfte machen. Denn unsere ethischen Vorstellungen sind dort ausgeschaltet.

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