Game over im Steuerparadies?

Game over im Steuerparadies?

Schlechte Karten für die Online Gaming-Unternehmen in Gibraltar. Die Krise zwischen der britischen Kronkolonie und dem Nachbarland Spanien entzündete sich zwar an Fischereirechten – mittlerweile müssen aber auch die Glücksspielfirmen auf dem schmalen Felsen um ihr lukratives Geschäftsmodell bangen, Verschlechterungen auf Steuerebene und Rechts-Troubles mit der Europäischen Union inklusive.

Bislang galt Gibraltar als Paradies für Offshore-Steuersparmodelle und einfach zu erlangende Glücksspiel-Lizenzen. Daher haben fünfzehn weltweit agierende Großunternehmen der Branche ihren formalen Hauptsitz am Mittelmeer. Darunter auch das von Manfred Bodner und Norbert Teufelberger gegründete bwin, sowie der in Österreich stark werbende Zock-Anbieter William Hill. Mittlerweile sind die Wettanbieter in Gibraltar neben Briefkastenfirmen der wichtigste Wirtschaftszweig. Sie sorgten zuletzt für 15 Prozent der Wirtschaftsleistung der britischen Enklave und geben 2.500 der insgesamt nur 30.000 Einwohner Arbeit.

Damit könnte es jetzt vorbei sein. Nachbar Spanien hat zuletzt den Grenzübergang gesperrt bzw. die Abfertigung extrem verzögert. So will man den Zigarettenschmuggel eindämmen und Druck auf Gibraltar wegen strittiger Fischereirechte machen. Doch der spanische Außenminister Jose Manuel Garcia-Margallo geht noch weiter. Im Hinblick auf die Glücksspielindustrie meint er: „Die Party ist vorbei.“

Steuern auf Wetteinsätze

Britische Zeitungen berichten, dass Spanien von den Gaming-Anbietern Steuern erzwingen will. Diese nehmen die Bedrohung offenbar ernst und haben bereits einen Fonds für etwaige Klagen auf EU-Ebene vorbereitet. Dabei sind die Gibraltar-Buchmacher in einer doppelten Zwickmühle, denn auch der britische Premierminister David Cameron kündigte zuletzt an, auf Wetteinsätze via Gibraltar eine Steuer in Höhe von 15 Prozent einheben zu wollen.

Bwin selbst gibt sich gelassen: „Wir haben eine gültige Lizenz - auch für Online Spiele in Spanien - und zahlen dafür 25 Prozent Steuer. Diese Lizenz ist EU-genehmigt“, so Unternehmenssprecher John Shepherd, „wir sind schon mehrere Jahre in Gibraltar und das ändert sich auch nicht.“

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