"Franzosen und Briten sind im Kulturmanagement professioneller“

"Franzosen und Briten sind im Kulturmanagement professioneller“

FORMAT: Was sind die Lehren, die man aus dem Burgtheater-Skandal nun ziehen muss?

Stefan Höffinger: Höffinger: Strategisch und vorausschauend arbeiten, nicht "blauäugig“ agieren, früh prüfen, Profis einsetzen.

Ist es zeitgemäß, einen künstlerischen und einen kaufmännischen Geschäftsführer zu haben? Wessen Stimme sollte da mehr Gewicht haben?

Höffinger: Das ist grundsätzlich zeitgemäß, weil die unternehmerische Verantwortung wächst. Strategische Ausrichtung und professionelle Organisation zählen immer mehr - und beide Funktionen sollten miteinander gut abgestimmt sein, das bedeutet aber eine Abkehr vom "Guru-Prinzip“ der Vergangenheit. Auch internationale Orientierung an Best Practices wird wichtiger - unter den Top 100 Museen weltweit befinden sich etwa nur zwei österreichische Institutionen. Das Belvedere auf Platz 52, das Kunsthistorisches Museum auf Platz 90.

Wie könnte die Burg effizienter werden?

Höffinger: Das Burgtheater ist eine verdiente Kulturinstitution, mit großartiger Kunst und exzellenter Substanz - und die stärkste Marke im deutschen Sprachraum. Ich denke, das Wichtigste ist jetzt, dass wieder eine konstruktive Kommunikation in Gang kommt - intern und extern, ohne Fixierung auf Forensik und ohne mediale Hysterie.

Was müsste sich an den Strukturen ändern?

Höffinger: Hier könnte man einiges straffen - und Shared Services Funktionen für Lohnverrechnung und ähnliche Dienste für die Kulturinstitutionen des Bundes konzipieren, in Anlehnung an die "Stiftung Preussischer Kulturbesitz“. Dann könnten sich Theater und Museen auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und stünden nicht mit "kreativer Buchhaltung“ in der Zeitung. Wenn eine Bundestheaterholding als Steuerungs- und Kontrollorgan versagt, führt sie sich selbst ad absurdum und könnte eingespart werden.

Wo gibt es Beispiele für gutes Kulturmanagement?

Höffinger: Der Louvre als "Weltmarktführer“ bei Museen mit über neun Millionen Besuchern ist ein hervorragendes internationales Beispiel, auch für kontinuierliche Innovation. Überhaupt sind die Franzosen und Briten im Kulturmanagement schon lange hochprofessionell unterwegs.

Industrie 4.0 und das flexiblere Arbeiten: Die Vorzüge der Automatisierung kommen mit verbesserter Kommunikation zwischen Maschinen noch besser zum Einsatz.
 

Wegbereiter einer neuen Industrie

Mit dem Schlagwort Industrie 4.0 werden revolutionäre Änderungen der …

Boom oder Crash? Unternehmen brechen durch die Kämpfe in der Ukraine und im Nahen Osten Exportmärkte weg. In Österreich macht sich die Sorge vor einer neuen Krise breit.
 

Comeback der Krise?

Auffällig viele Topunternehmen schreiben Verluste, eine Besserung der …

Innovationskraft: Forschung und Entwicklung sind die Grundlage des Erfolgs der heimischen Industriebetriebe.
 

Innovation - der wichtigste Rohstoff

Im Wettkampf der Regionen muss Österreich noch stärker auf …

50 Millionen Euro Umsatz macht die von Ronnie Seunig gegründete Excalibur City pro Jahr und schafft 500 Jobs. Roger Seunig tritt in die Fußstapfen seines Vaters und setzt dessen pittoreske Visionen fort.
 

Roger Seunig - der Ritter von Kleinhaugsdorf

Roger Seunig übernimmt von seinem Vater das Billig-Paradies Excalibur …