FORMAT exklusiv: Julius Meinl V. seit Mittwoch Abend im Gefängnis

Julius Meinl V. sitzt seit Mittwochabend in der Justizanstalt Josefstadt. Der Inhaftierung des Eigentümers der Meinl Bank AG ging laut FORMAT exklusiv vorliegenden Informationen eine mehr als vier Stunden dauernde Einvernahme durch den ermittelnden Staatsanwalt Markus Fussenegger voran. Die Wiener Anklagebehörde verdächtigt den 49-jährigen Bankiers des Anlegerbetrugs, der Provisionsschinderei und der Untreue im Zusammenhang mit der Affäre Meinl European Land (MEL, heute: Atrium). Gerhard Jarosch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, bestätigt gegenüber FORMAT: "Julius Meinl wurde in Haft genommen." Der Grund für das akute Einschreiten: "Fluchtgefahr."

Meinl als Strippenzieher?
Meinl dürfte sich im Zuge des Verhörs mehrfach in Widersprüche verwickelt haben. Offiziell hatte er stets betont, niemals in Unternehmensentscheidungen rund um MEL oder die ebenfalls börsenotierten Firmen Meinl Airport International (MAI) und Meinl International Power (MIP) involviert gewesen zu sein. Tatsächlich dürfte das Gegenteil der Fall gewesen sein. Die im Rahmen der Hausdurchsuchungen sichergestellten E-Mails, Festplatten und USB-Sticks (siehe Artikel ) sowie die in den vergangenen vier Wochen erfolgten zeugenschaftlichen Einvernahmen lieferten ein gänzlich anderes Bild. Laut FORMAT-Informationen dürfte Meinl von zumindest drei Personen schwer belastet worden sein. Deren Fazit: Julius Meinl V. ist der diskrete Strippenzieher bei MEL, MAI und MIP. Für Multimillionär Meinl gilt freilich die Unschuldsvermutung.

Vollgetankter Jet als Stolperstein
Interessantes Detail: Zum Verhängnis wurde Meinl der Hang zu luxuriösen Privatjets (siehe Artikel ). Seine Falcon-2000 (Kennzeichen: OE-HOT) soll dem Vernehmen nach seit Ausbruch der MEL-Affäre am General Aviation Center auf seinen ausdrücklichen Wunsch vollgetankt bereitstehen, was für den Staatsanwalt erhöhte Fluchtgefahr bedeutete.

Von Ashwien Sankholkar

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