FORMAT EXKLUSIV: Kärnten versenkte Geld mit Madoff-Fonds

Die Kärnten Tourismusholding steckte über 300.000 Euro in Primeo-Fonds – und verlor alles. Die Bank Austria wird für den Schaden verantwortlich gemacht.

Kärnten ist wieder um einen Skandal reicher. Diesmal geht es nicht um die defizitäre Hypo Group, korrupte Sponsoringaktivitäten oder den illegalen Handel mit Reisepässen, sondern um Geschäfte mit dem US-Betrüger Bernard Madoff: Demnach hat eine Landesgesellschaft laut FORMAT exklusiv vorliegen­den Gerichtsakten mit Madoff-Papieren gezockt – und alles verloren.

Konkret handelt es sich um die zur Verwaltung der Landesbeteiligungen an Bergbahnen, Freibädern oder Hotels errichtete Kärnten Tourismusholding GmbH (KTG). Die hatte am 28. Juni 2002 Anteile am Primeo Select im Wert von 304.612,63 Euro gekauft.
Bei Primeo handelt es sich um einen von der Bank Austria in Österreich vertriebenen Aktienfonds, der – so viel ist nun bekannt – heimlich von Madoff gemanagt wurde. Madoff veruntreute weltweit mehr als 50 Milliarden Euro Investorengeld, darunter auch den Kapitaleinsatz der Kärntner.

Kärntner in der Bredouille

Die Bank Austria wird nun von der Tourismusholding des Betrugs und der Untreue verdächtigt. Im Privatbeteiligtenanschluss der KTG vom 21. September 2009 liest sich das so: „Die Privatbeteiligte ist ein geschädigter Anleger. Die Verantwortung für den Schaden liegt bei den Verdächtigen.“
Die KTG-Chefs Friedrich Morri und Reinhard Zechner wollen nun mithilfe des Gerichts Geld zurückbekommen. Zechner: „Wir haben uns einer Sammelklage angeschlossen.“

Indes bringt das glücklose Primeo-Investment Morri und Zechner nun in Erklärungsnot. Denn das Zocken am Kapitalmarkt gehört nicht zum Unternehmensgegenstand. Die KTG dürfte nur Tourismusbetriebe verwalten. Der Gesellschaftsvertrag erlaubt: „ … die Finanzierung von Tourismusinfrastrukturmaßnahmen im Wege von Beteiligungskapital“. Brisanter Nachsatz: „Ausgenommen sind Bankgeschäfte.“

– Ashwien Sankholkar

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