FORMAT.at exklusiv: Telekom Austria legt Festnetz- und Mobilfunksparte zusammen

Eine Großfusion steht der Telekom Austria ins Haus: Festnetz- und Mobilfunksparte zusammen werden zusammengelegt. Der bis Mitte 2011 dauernde Integrationsprozess birgt bis zu 150 Millionen Euro Einsparungspotenzial.

Am 23. Februar will der Aufsichtsrat der Telekom Austria (TA) die Zusammenlegung von Festnetz und Mobilfunk beschließen. Die Fusion soll der TA in den Bereichen Technik, Einkauf und Personal zwischen 120 und 150 Millionen Euro Einsparungspotenzial bringen. Wie aus Aufsichtsratskreisen verlautet, sieht die Integration eine Streichung von bis zu tausend Arbeitsplätzen bis Mitte 2011 vor – zusätzlich zum bereits laufenden Abbau von 1.250 Jobs.

Stellenabbau bei Mobilkom
Zwei Drittel der Stellen sollen im Zuge des Integrationsprozesses bei der 8.673 Mitarbeiter beschäftigenden Mobilkom gestrichen werden. „Das wird nicht so schwer, weil bei der Mobilkom kaum Beamte sitzen. Das Problem ist aber die Gewerkschaft. Die Zahl tausend bleibt also ein Wunschdenken“, so ein Aufseher zu FORMAT. TA-Sprecherin Elisabeth Mattes dementiert den geplanten Abbau von tausend Arbeitsplätzen. Ob es im Fall einer Fusion zur Streichung von Jobs kommen werde, könne derzeit nicht gesagt werden. „Noch wird geprüft, ob eine Zusammenlegung sinnvoll ist“, sagt Mattes. Berater Clemens Böhmer, bis vor kurzem Manager bei Arthur D. Little, wurde aber bereits angeheuert, um den Integrationsprozess zu begleiten.

Vorschlag kommt vom Vorstand
Dass ein so hoher Personalabbau an der Gewerkschaft scheitern wird, macht auch TA-Betriebsratschef Kolek klar: „Mit uns wird es keine Deals geben. Ich werde das nicht kampflos hinnehmen und bleibe gegen eine Fusion, so sie eine Stellenkürzung mit sich bringt.“ Noch vor der Aufsichtsratssitzung will Kolek dazu ein Treffen mit Betriebsratskollegen und dem TA-Vorstand einberufen. Der Vorschlag, Festnetz und Mobilfunk zusammenzulegen, kommt vom Vorstand: „In Europa sind wir Schlusslicht. Alle anderen großen Betreiber haben Festnetz und Mobilfunk bereits zusammengelegt. Das Sparpotenzial etwa im Bereich Technik ist enorm. Und auch kann der Markt mit einer einzigen Datenbank viel effizienter bearbeitet werden,“ so TA-Chef Hannes Ametsreiter (im Bild) .

Silvia Jelincic

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