Flughafen-Studie von Arthur D. Little:
In Wien gibt es noch viel Luft nach oben

Arthur D. Little sieht in Wien-Schwechat enormes Potenzial für weitere Immobilienentwicklung.

Wie sauber sind die Toiletten, wie lange wartet man beim Sicherheitscheck, wie freundlich ist das Airport-Personal, und wie teuer sind die Geschäfte am Flughafen? – Das sind nur einige der insgesamt 39 Kriterien, nach denen Flugpassagiere 165 Flughäfen rund um die Welt gerankt haben. In diesem aktuellen Skytrax-Ranking nimmt der Wiener Flughafen den beachtlichen 21. Platz ein. Betrachtet man dieses Ranking aber genauer, so wird dieser 21. Rang etwas ­relativiert.

Rivalen liegen vor Wien
Denn Wiens heißeste Konkurrenten um das wichtigste Drehkreuz in Europa, München und Zürich, haben eindeutig die Nase vorn: München belegt als bester europäischer Flughafen Rang fünf, Zürich den guten achten Platz. Als positiv in Wien beurteilen Passagiere die gute ­Erreichbarkeit mit dem City Airport Train und ein gutes Angebot an Shops und ­Restaurants, auf der Minus-Seite finden sich fehlende Ruhe- und Erholungsräume sowie zu wenige Entertainment- und Business-Facilities.

Nationalparksnähe ungenutzt  
Aber auch in anderen Bereichen ist für den Flughafen Wien noch viel Luft nach oben. Eine Studie des Unternehmensberaters Arthur D. Little bescheinigt nämlich, dass vor allem bei der Immobilienentwickung viel optimiert werden kann. „Es gibt in Wien noch viel zu tun“, resümiert Stefan Höffinger, Managing Director von Arthur D. Little Österreich ( im Bild ). Vor allem bei der fehlenden Immobilien­entwicklung – trotz der Projekte Skylink und Dritte Piste – liegt für ihn noch einiges im ­Argen: Man könne etwa die Nähe zum Nationalpark Donauauen besser nutzen, außerdem gebe es ungenutzte Fläche im Umkreis von 30 Kilo­metern.

Mieten zu niedrig
Was Höffinger besonders ins Auge sticht: Während etwa in Amsterdam oder Zürich die Büromieten am Flughafen deutlich über jenen in der Innenstadt liegen, sind jene in Schwechat um 23 Prozent unter denen in der Wiener City. Höffinger: „Es ist ein Gebot der Stunde für Airports, die sinkenden Einkünfte aus dem Flugbereich durch andere Einnahmen zu kompensieren. Nichts spricht dagegen, dass auch ein Flughafen wie Wien-Schwechat Mieterlöse über jenen der Innenstadt einheben kann.“ Über kurz oder lang sind nachhinkende Flug­häfen für Höffinger Übernahmekandidaten. Und ein solcher will der Flughafen Wien ja nicht werden.

Von Angelika Kramer

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