Flughafen-Chef Christoph Herbst im FORMAT-Interview

Flughafen-Chef Christoph Herbst über das politische Hickhack am Airport, die Suche nach neuen Vorständen und seine Karriereplanung.

FORMAT: Herr Herbst, die SPÖ wollte Ihre Rückkehr an die Spitze des Aufsichtsrats blockieren. Jetzt scheint es, als dürften Sie Ihren alten Job doch wieder kriegen. Hat NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll ein wenig nachgeholfen?

Herbst: Es war von Anfang an vereinbart, dass ich nach meiner interimistischen Tätigkeit als Vorstand wieder den Vorsitz im Flughafen-Aufsichtsrat übernehme. Meine Position wurde bis dahin nur ruhend gestellt. Daran ist – juristisch betrachtet – nicht zu rütteln. Dass das einige vielleicht nicht gerne sehen, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls freue ich mich schon darauf, wieder Aufsichtsratschef zu sein. Der Flughafen ist ein tolles Unternehmen, für das ich sehr gerne tätig bin.

FORMAT: Dennoch sollen Sie als Flughafen-Chef früher als geplant zurücktreten. Wie es heißt, schon im Sommer, um Richter am Verfassungsgerichtshof zu werden. Stimmt das?

Herbst: Das Richteramt ist eine reizvolle Aufgabe, daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht. Mehr gibt es derzeit nicht dazu zu sagen. Der Flughafen braucht mehr Stabilität und zwei neue Vorstände, die das Unternehmen nach den vielen Turbulenzen sicher in die Zukunft steuern.

FORMAT: Headhunter Egon Zehnder startet jetzt die Suche nach einem neuen Zweiervorstand. Rot und Schwarz sollen hinter den Kulissen mitmischen.

Herbst: Das ist generell sehr schade, weil es nur um die Leistung gehen sollte und nicht um irgendeine Partei. Polit-Besetzungen sind immer problematisch. Ich bin dafür, dass zwei parteiunabhängige Profis geholt werden, die über reichlich Berufserfahrung verfügen.

FORMAT: Auf die neuen Vorstände wartet viel Arbeit. Probleme sind beim Bau der dritten Piste zu erwarten. Angeblich muss ein ganzer Hügel abgetragen werden.

Herbst: Das stimmt, aber es ist alles in den Griff zu bekommen. Wir erwarten den Baubescheid noch heuer. Bei Projekten dieser Größe ist mit Einwänden zu rechnen, aber 2013 dürfte alles auf Schiene sein.

Industrie 4.0 und das flexiblere Arbeiten: Die Vorzüge der Automatisierung kommen mit verbesserter Kommunikation zwischen Maschinen noch besser zum Einsatz.
 

Business

Wegbereiter einer neuen Industrie

Boom oder Crash? Unternehmen brechen durch die Kämpfe in der Ukraine und im Nahen Osten Exportmärkte weg. In Österreich macht sich die Sorge vor einer neuen Krise breit.
 

Business

Comeback der Krise?

Innovationskraft: Forschung und Entwicklung sind die Grundlage des Erfolgs der heimischen Industriebetriebe.
 

Business

Innovation - der wichtigste Rohstoff